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Ident. Nr.: I. 3599 a

ObjID: obj:1524334

Details (expert)

Date(s)
1. Hälfte 14. Jahrhundert
Datierung engl.: 1st half of the 14th century
Dynastie: Mamluken
Dynastie - engl.: Mamluks
Geographical references
Herkunft (Allgemein): Ägypten,
Land
Dimensions
Höhe: 2 cm
Durchmesser: 8,5 cm
Gewicht: 43 g

Object Description

Getriebene Waagschale aus einer Kupferlegierung mit silber- und kupfertauschiertem Dekor. Die reich ornamentierte Innenseite mit üppiger Silbertauschierung kontrastiert zu den viel schlichter belassenen Außenseiten. Ein hexagonales Flechtband entfaltet sich über die gesamte gewölbte Fläche und bildet sechs Kreise, die wiederum einen zentralen siebten umschließen. Die Füllung der Kreisflächen ist geometrisch und zeigt wirbelnde Motive, während die übrigen Flächen vegetabil gefüllt sind. Die dreifache Darstellung eines Wappens in Kupfertauschierung – ein kreisrundes Medaillon mit breitem Querbalken – ist identisch auch außen wiedergegeben. Dort ziert ein konzentrisches und silbertauschiertes Flechtband die ansonsten glatte Fläche, zeigt parallel Lotosmotiv und Wappen und demonstriert so die kompositorische Gestaltungsmöglichkeit von Objekten.
Die Nutzung des Objektes zusammen mit I. 3599 b als Waagschalen verraten sowohl die gleichmäßig angeordneten Löcher, die zur Aufhängung an Ketten dienten, als auch der Abrieb der Tauschierung im Innern. Das Verwenden von heraldischen Zeichen ist typisch für die Mamlukenzeit des 13.-15. Jahrhunderts in Syrien oder Ägypten.
Bei der Dekortechnik des Tauschierens werden dünne Metalldrähte, z.B. aus Silber, Kupfer oder auch Gold, in vorgegebenen Mustern in das zu verzierende Objekt eingehämmert. Hier sind die Einlagen teilweise ausgefallen.

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Museum für Islamische Kunst

Additional items from the collections

Formgeblasener Kasten aus farblosem Glas mit geschnittenem und geschliffenem Dekor; außerdem zwei Scharnieren und einem unvollständigen Verschluss aus Kupferlegierung. In den Deckel des Kastens sind konzentrische Kreise eingeschliffen, in deren Mitte jeweils die Scharniere befestigt sind. Zwischen den beiden Kreisen befindet sich ein abgetreppter länglich-ovaler Dekor, in dem die winzige Bohrung für den jetzt verlorenen Verschluss sichtbar ist. Auf der Unterseite ist das länglich-ovale Muster viermal wiederholt, außen breiter und innen schmaler gearbeitet. Vorne in der Mitte befindet sich der Beschlag mit einem kleinen Stift für den (verlorenen) Verschluss. Der Kasten wurde als flaschenähnliches Gebilde in eine Form geblasen und anschließend in zwei gleiche Hälften geschnitten. Dabei entstanden vor allem innen zahlreiche kleine Ausbrüche und Absplitterungen. Die beiden Schmalseiten, also ursprünglich die »Böden«, zeigen Reste der abgearbeiteten Heftnarben. An der Unterseite sind leichte Kratz- und Gebrauchsspuren.Das Stück ist im Stil der üblichen Schreibkästen gearbeitet. Allerdings gelangten solche Kästen als Reliquienbehältnisse nach Europa, wie ein ähnlich dekorierter Kasten im Dom von Capua (Italien) zeigt. Das klare, farblose Glas imitiert den kostbareren Bergkristall, der sich zur Zeit der Fatimidenherrschaft in Ägypten größter Beliebtheit erfreute. Die ursprüngliche Funktion des Stückes ist unbekannt, obwohl sich etliche, meist kleinere Kästen erhalten haben, allerdings ohne Inhalt.

Vollständig erhaltener Kasten aus Elfenbein. Der rechteckige Kasten mit pultförmigem Deckel weist einen Kern aus Holzplatten auf, der ursprünglich wohl mit einem Textil ausgeschlagen wurde. Die Außenseite, die aus Elfenbeinplatten besteht, ist mit grüner, brauner und goldener Malerei verziert, die schwarz konturiert ist. Zu erkennen sind auf der Vorderseite zwei Medaillons mit jeweils einem Rankensystem gefüllt, die von Vögeln flankiert werden, darunter Wiedehopfe und Pfauen sowie Jagdhunde, die ein Rankenmotiv im Zentrum erfassen. Die Rückseite weist drei Medaillons auf, wobei das mittlere Medaillon mit einer stilisierten Löwendarstellung gefüllt und ebenfalls von Vögeln flankiert ist, während die beiden anderen Medaillons Rankenmotive zeigen. Die Schmalseiten sind identisch. Wiedergegeben ist eine Harfenspielerin in einem Medaillon, ebenfalls von Vögeln umgeben. Der schmale Rand des Deckels ist frontal mit einer Inschrift im Kufi-Duktus verziert und geht in Vogel- und vegetabile Motive über. Der Dekor an den Schrägseiten des Deckels weist ebenfalls Medaillons auf, die Rankenwerke und Gazellen zeigen, die wiederum teils von Vögeln, teils von Jagdhunden flankiert werden. Die Deckeloberseite wird von zwei stilisierten Löwen, jeweils in einem Medaillon und von Vögeln umgeben verziert. Die Messingscharniere sind lanzenförmig und vergoldet. An der Oberseite ist ein vergoldeter Griff befestigt, während an der Vorderseite ein Schloss mittig angebracht ist. Dieser Kasten gehört zu einer Gruppe von größeren und kleineren Kästen (vgl. I. 586, K 3103), die womöglich in Sizilien oder Süditalien hergestellt wurden, wobei ähnliche Kästen auch aus Spanien bekannt sind. Sie sind in Kirchenschätzen als Reliquienbehälter verwendet worden, aber wahrscheinlich auch als diplomatische Geschenke. Die Auftraggeber für solche Objekte stammten vermutlich aus dem höfischen Milieu.