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Der himmlische Amor besiegt den irdischen Amor

Ident. Nr.: 381

ObjID: obj:871951

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Giovanni Baglione (1566/68 - 1643),
Maler*in
Bestellung: Benedetto Giustiniani ( 1554 - 1621),
Auftraggeber*in
Date(s)
Ausführung: 1601/02
Systematics/Type
Additional titles
Der himmlische Amor besiegt den irdischen Amor
Translation: Heavenly Amor Conquering Earthly Armor
Geographical references
Herstellungsort: Italien,
Land
Material / Technique
Leinwand
Dimensions
Bildmaß: 183,2 x 121,4 cm
Acquisition
1815 Ankauf mit der Sammlung der italienischen Adelsfamilie Giustiniani

Object Description

Gemalt für Kardinal Benedetto Giustiniani war Bagliones Amor eine Antwort auf den Amor, den Caravaggio zuvor für Marchese Vincenzo Giustiniani, den Bruder des Kardinals, geschaffen hatte. Caravaggio hatte einen hübschen, aufreizenden nackten Knaben als jugendlichen Gott der irdischen Liebe zum Sieger über die freien Künste, die Macht und den Ruhm erhoben. Darüber hinaus verlieh er ihm die Züge eines Jungen, der auch für religiöse Figuren Modell stand. Damit forderte er die moralischen Wertvorstellungen seiner Zeitgenossen heraus. Baglione lässt die irdische Liebe von einem geharnischten himmlischen Amor zu Boden werfen. Links unten sitzt ein Dämon mit Faunsohren und Dreizack. Die Antike kannte bereits den Wettstreit zwischen Eros und Anteros um die Seele des Menschen. Versöhnen sich beide, ist die vollkommene Liebe erreicht. Demgegenüber zielt Bagliones Bild, gemäß der offiziellen kirchlichen Lehre seiner Zeit, auf die Unterwerfung der irdischen Liebe. Der himmlische Amor holt mit einer Dynamik, die an den Hl. Michael im Engelssturz erinnert, zum finalen Stoß aus.| Prestel-Museumsführer - Gemäldegalerie Berlin, 2017
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Baglione’s Eros for Cardinal Benedetto Giustiniani (1544–1621) was a response to the Eros that Caravaggio had painted for Marchese Vincenzo Giustiniani (1564–1637), the Cardinal’s brother. Caravaggio had drawn a pretty, provocatively naked boy as a youthful god of earthly love to be a victor over the “liberal arts”, power and fame. As well as this he gave him the features of a boy who had also been a model for religious figures. This was a challenge to his contemporaries’ moral values. Baglione has Earthly Love thrown to he ground by a divine Eros in armour. A devil with faun’s ears and a trident is crouching bottom left. Antiquity was well aware of the competition between Eros and Anteros for the soul of man. If the two are reconciled, then perfect love is achieved. In contrast with this, Baglione’s picture, according to the official church teaching of his time, aims at the subjugation of earthly love. The divine Eros, reminiscent of the falling St. Michael, is drawing back his arm for the final thrust.| Prestel Museum Guides - Gemäldegalerie Berlin, 2017

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Gemäldegalerie

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Im Katalog der Berliner Akademieausstellung von 1787 (als Nr. 2) wird das Gemälde folgendermaßen beschrieben: „Der Fürstenbund. Friedrich der Zweite, der mit einer Fackel die Waffen des Krieges angezündet hat, umwindet mit dem friedlichen Oehlzweige, den ihm die Staatsklugheit vorhält, das Bund Wurfpfeile, welches ihm von der Göttin Deutschlands dargereicht wird, hinter dieser steht die Göttin der Eintracht, die man an ihren beiden zusammengeschlungenen Fruchthörnern erkennet.“Der deutsche Fürstenbund wurde auf Anregung Friedrichs des Großen im Jahre 1785 gegründet. Anlass war ein Gesuch des bayerischen Erbfolgers, Herzog Karl von Pfalz-Zweibrücken, um Schutz vor dem Drängen Kaiser Josephs II., Bayern im Tausch gegen die österreichischen Niederlande an das Haus Habsburg abzutreten.Ein Kontrakt zwischen Preußen und den Kurfürstentümern Hannover und Sachsen gründete den Bund, dem sich auch kleinere Länder schnell anschlossen. Die Koalition zerfiel beim Tod des Preußenkönigs im August 1786. Das Gemälde basiert auf Anregungen des mit Rode befreundeten Lyrikers und Logik-Professors an der Berliner Kadettenanstalt, Karl Wilhelm Ramler. Es gehört zu der sogenannten Fridericiana, einer losen Folge von nachträglich zur Serie erklärten Gemälden Rodes, die zwischen 1786 und 1795 entstanden und sich bildkünstlerisch mit der Biografie Friedrichs des Großen (1712–1786) befassen. Die Fridericiana folgt ideologisch der Brandenburgiana, einer zwischen 1757 und 1763 entstandenen Serie von Gemälden Rodes mit Ereignisdarstellungen aus der brandenburgisch-preußischen Geschichte. SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. am Altar: B. Rode 1786

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Das Gemälde basiert thematisch auf einer „Anleitung zum Gebrauch allegorischer Personen für bildende Künstler“ des mit Rode befreundeten Lyrikers und Logik-Professors an der Berliner Kadettenanstalt, Karl Wilhelm Ramler: „Die Göttin der Weisheit zeigt dem gewaffneten Helden in ihrem spiegelhellem Schilde was hinter seinem Rücken vorgeht: er sieht darin eine schlangenhaarige Göttin schlafen. Sogleich zieht er seinen Degen, noch ehe sie wach wird“. Die Dynamik des Vorgangs wird am rechten Bildrand durch den rücklings ausweichenden geflügelten Genius mit dargebotener Rüstung, Waffe und Lorbeerkranz hervorgehoben. Dazu bietet die dramatische Wolkenlandschaft des Hintergrundes den geeigneten bildkünstlerischen Resonanzraum für die sinnbildliche Darstellung der bedeutenden historischen Entscheidung Friedrichs des Großen, unangekündigt in Sachsen einzumarschieren und damit den später so bezeichneten Siebenjährigen Krieg (1756–1763) zu beginnen. Das Gemälde gehört zu der sogenannten Fridericiana, einer losen Folge von nachträglich zur Serie erklärten Gemälden Rodes, die zwischen 1786 und 1795 entstanden und sich bildkünstlerisch mit der Biografie Friedrichs des Großen (1712–1786) befassen. Die Fridericiana folgt ideologisch der Brandenburgiana, einer zwischen 1757 und 1763 entstandenen Serie von Gemälden Rodes mit Ereignisdarstellungen aus der brandenburgisch-preußischen Geschichte. SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. an der Schwertscheide: B. Rode 1789

Bettelmusikanten

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In Ochtervelts Oeuvre zählen die sogenannten „Hausflurbilder“, in denen der Blick auf Musikanten oder Lebensmittelhändler an der Türschwelle vor dunklen, reich ausgestatteten Hausfluren fällt, zu einer wichtigen, vom Maler entwickelten Themengruppe. Im Gegensatz zu vielen seiner Künstlerkollegen legte Ochtervelt die Szenerien als Interieurs vom voorhuis (Hausflur) an. Symbolisch steht die Tür des eleganten Bürgerhauses hierbei als Übergang zwischen öffentlicher Außenwelt und privatem Innenraum für die Trennung zwischen niedrigen Ständen und feiner Gesellschaft des Bürgertums. Im Eingangsbereich der vornehmen Wohnstätte, die wegen ihrer nächtlichen Verortung beinahe im Dunkel liegt, steht eine junge Frau auf der linken Seite. Durch die Tür sind herannahende Straßenmusikanten zu erkennen, die Anstalten machen in die private Sphäre des marmorgefliesten Flurs einzutreten. Die Frau hält mit beiden Händen ein Kleinkind, das sich um die Aufmerksamkeit eines Hundes bemüht, an den Gängelbändern seines gelben Kleides. Ein zweites Kind im roten Satinkleid und teurem Spitzenkragen blickt gebannt auf die beiden Gestalten im Türrahmen und schickt sich bereits an, die musizierenden Fremden mit einer Münze zu entlohnen. Die holländische Gesellschaft des 17. Jahrhunderts wird hier als idealisierte Form einer festen Ständeordnung wiedergegeben. Ochtervelts wohlhabende Gönner kamen somit in den Genuss eines beruhigenden Bildes sich gegenüberstehender sozialer Klassen. Mit einer neunteiligen Serie solcher Bilder trug Ochtervelt auf innovative Weise zur holländischen Genremalerei bei. Es ist anzunehmen, dass die „Bettlermusikanten“ das erste Bild dieser Varianten ist. In den späteren Darstellungen versetzte der Künstler die Straßenmusikanten allmählich über die Schwelle in den Innenraum, wo die Verkäufer auch der Hausherrin selber ihre Ware anbieten. Ochtervelts besonderes Augenmerk lag jedoch nicht auf den technischen Gegebenheiten, wie etwa bei Pieter de Hooch auf dem Lichteffekt der abgegrenzten Raumsituation, sondern auf dem Verhalten der beteiligten Personen. Trotzdem sind Stoffe, Oberflächen der Kostüme sowie die Architektur in besonderem Detail wiedergegeben.