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Senza natura morta n. 1

Ident. Nr.: B 1147

ObjID: obj:963250

Credit: 1981 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (expert)

Creator/Entity
Domenico Gnoli (1933 - 1970),
Künstler*in
Date(s)
Herstellung: 1966
Systematics/Type
Additional titles
Senza natura morta n. 1
Ohne Stillleben
Translation: Without a Still Life no. 1
Material / Technique
Acryl und Sand auf Leinwand
Dimensions
Höhe x Breite: 135 x 200 cm
Acquisition
1981 Ankauf von der Galerie Jan Krugier, Genf, durch das Land Berlin aus Mitteln der Deutschen Klassenlotterie, Berlin (West)

Object Description

Schon sehr früh zeigte Gnoli außergewöhnliches Zeichentalent. Als Sohn eines Kunsthistorikers und einer Keramikkünstlerin wurde er seit seiner Kindheit ermutigt, Maler zu werden. Mit 16 Jahren begann Gnoli eine Lehre zum Graveur, und mit 19 schrieb er sich an der Akademie in Rom für Bühnenbildnerei ein, brach aber bald wieder ab. Dennoch hatte er in London und Paris später großen Erfolg als Bühnenbildner. Mitte der 1950er-Jahre ging Gnoli nach New York, wo er als Illustrator arbeitete. 1963 beschloss er, nach Mallorca zu ziehen und sich dort allein der Malerei zu widmen. Zwischen 1964 und 1969 entstanden die Gemälde, die für seine Kunst am charakteristischsten sind. Er stellte einfache, alltägliche Gegenstände in einem immens vergrößerten Maßstab dar, wobei er stets bestimmte Details wählte, sodass die Bilder wie Nahaufnahmen wirken: Knöpfe, Tische, Betten, Schuhe, Krawatten, Haare, die er mit größter Sorgfalt malte. Durch ihre Isolierung gewinnen die Objekte eine neuartige Präsenz, sie wirken fremd und unheimlich. „Senza natura morta“ (Ohne Stillleben) zeigt eine für Gnoli ungewöhnlich symmetrische Komposition mit einem runden Tisch, der mit einem altertümlichen, reich bestickten weißen Tischtuch bedeckt ist. Durch die geschickte Behandlung von Licht und Schatten sowie der Farbe beigemischten Sand erhält die Textur des Stoffs materielles Volumen und eine gewisse sinnliche Qualität. Die Betrachter*innen werden mit einer neuen Wahrnehmung eines gewöhnlichen Objekts konfrontiert. | Francisca Cruz

Last updated: 28.08.2026

Contact

Institution:

Neue Nationalgalerie

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Sitzender Akt am Fenster

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Sowohl das Bild „Sitzender Akt am Fenster“ (A IV 313) als auch „Selbstbildnis mit roter Kappe“ (A IV 421) besitzen Studiencharakter, sind aber vollwertige, signierte Bilder, welche die Nationalgalerie (Ost) beim Künstler erwarb. Das Motiv des Aktes kommt erst seit den 1960er-Jahren bei Niemeyer vor. Das „läßt die Vermutung aufkommen, der Künstler hätte seine Versuche in der Technik der Lichtwiedergabe auch und gerade am nackten Körper und im geschlossenen Raum für sich unter Beweis stellen wollen“. (Annie Bardon, in: Otto Niemeyer-Holstein, Malerei und Aquarelle, Ausst.-Kat. Rostock, 1995, S. 19) Es geht Niemeyer in dieser Bildreihe um Volumen und Formen, das Spiel der Farbe und, wie an dieser Figur vor lichtblauer Landschaft besonders deutlich wird, um atmosphärische Werte. Auch das Selbstbildnis ist mehr Farbereignis als Selbsterkundung. Das Gesicht ist wenig ausgeführt, wie auch auf vielen der Aktdarstellungen. Vielleicht können wir Skepsis erkennen. Diese auf koloristische Wirkung hin entstandenen Bildnisse sind nicht gefällig, keine Oberflächenschönheit ist angestrebt. Die Figuren sind aus übereinander gesetzten Mischtönen aufgebaut. Dennoch gibt es Haltungen und einen Handlungsraum: Der Akt sitzt im Lehnstuhl vor einer Fensterfront, der Maler steht mit seinem Malstock in dickem Mantel und der prägnanten hohen, roten Kappe in winterlicher Landschaft. Für beide Figuren gibt es Vorbilder in der Kunstgeschichte. | Angelika Wesenberg

Gudari

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Versammlung kurdischer Hirten vom Kolchos Lenin

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Während seines Aufenthalts auf dem Baumwollkolchos „Lenin“, den Vogeler auf seiner Reise in den Südkaukasus im Sommer 1939 besuchte, fuhr er auch in das angrenzende Hochgebirge. Dort hielt er die baumlose grüne Berglandschaft und das Leben der kurdischen und armenischen Hirten in schriftlichen Aufzeichnungen und etlichen Bildern fest. Ein Ergebnis dieser Eindrücke ist das Gemälde „Versammlung kurdischer Hirten vom Kolchos Lenin“ (A III 288), das eine Gruppe von Hirtinnen und Hirten auf einem Bergplateau zeigt. Dem vorausgegangen waren die Studie „Versammlung kurdischer Hirten“ (A III 287) sowie eine Vielzahl an Zeichnungen und Aquarellen, die sich ebenso wie die Studien zu seinen anderen Reisen zum Teil im Kupferstichkabinett, Berlin, befinden. Auch das Gemälde „Armenische Hirten“ (A III 289) ist diesem Entstehungskontext zuzurechnen. Mit den genannten Werken gab Vogeler einen Einblick in das einfache, traditionsverbundene Leben der Hirten sowie der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die in dieser politisch so umkämpften Region aufeinandertrafen. Sie zeigen auch die Veränderungen auf, die mit der „Eingliederung“ in die Sowjetunion verbunden waren, die Dichotomie zwischen Alt und Neu, Tradition und Fortschritt, wie sie in dem 1940 entstandenen Gemälde „Sowjetgut Lissogorsk, Armenien“ (A III 290) zu erkennen ist. Während sich im Hintergrund jenes Bildes vor den beeindruckenden grünen Bergrücken des Nordkaukasus die modernen weißen Stallgebäude des Sowjetgutes erstrecken, sieht man im Vordergrund die traditonellen braunen Jurten der einheimischen Bevölkerung. | Maike Steinkamp

Liebespaar

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Die kleinplastische Aktdarstellung eines Mannes, der eine Frau bedrängt, wurde 1972 von der seit 1924 in Dresden existierenden Galerie „Kunstausstellung Kühl“ als eine undatierte Arbeit des Bildhauers Christoph Voll (1897–1939) erworben, der von 1911 bis 1924 in Dresden gelebt hatte. Diesem Umstand entsprechend wurde das Werk nach dem Ankauf mit der Angabe 1923/1924 publiziert (Realismus und Sachlichkeit. Aspekte deutscher Kunst 1919–1922, Berlin [Ost] 1974, S. 221, Kat.-Nr. 320). Stilistisch passt es aber eher zu den um 1937/1938 entstandenen späten Arbeiten. Die Verfasserin des Voll-Werkverzeichnisses äußerte 1994 Zweifel an der Urheberschaft des Bildhauers. Zwar entspreche die bewegte Szene mit den stämmigen Körpern durchaus dessen Darstellungsweise, doch gebe es auch deutliche Unterschiede: „Eine so dünne, glatte Sockelplatte zum Beispiel findet sich nirgends bei Voll […]. Ausschlaggebend für den Zweifel ist jedoch die Körperauffassung. […] Gesichter und Körper sind vereinfacht, erscheinen naiv und ungelenk. […] Das gesamte Œuvre Volls kennt keine solche Kombination von glatten, fast starren plastischen Formen und einem ausgesprochen erzählerischen Bewegungsmotiv. […] Insofern ist es eher unwahrscheinlich, daß die Bronze von Voll stammt. Vielleicht gehört sie zu einem der anderen Dresdener Bildhauer, deren Œuvre[s] nur bruchstückhaft zugänglich sind, beispielsweise Eugen Hoffmann“ (Anne-Marie Kassay-Friedländer, Der Bildhauer Christoph Voll, 1897–1939, Worms 1994, S. 228 f.). | Dieter Scholz