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Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker. Teil 2, Abteilung 1, Blatt 1: Drei Kapitelle Korinthischer und Ionischer Ordnung aus Pompeji mit Konstruktionsdetails

Ident. Nr.: 36.03-1991

ObjID: obj:1517471

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Johann Mathäus Mauch (22.2.1792 - 13.4.1856),
Zeichner*in
Ausführung: Auguste Leisnier (15.1.1787 - 29.7.1858),
Stecher*in
Ausführung: A. Prêtre (nachgewiesen 1821 - 1854),
Drucker*in
Ausführung: Technische Deputation für Gewerbe,
Herausgeber*in
Datierung
Herstellung: 1831/1836
Systematik/Art

Objektbeschreibung

Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker. Zweiter Theil, Erste Abtheilung, S. 3:
"Blatt 1. Die Sammlung der Abgüsse des Königlichen Gewerbe-Institutsbesitzt eine große Zahl Monumente aus Sizilien, Herkulanum und Pompeji. Die Gegenstände sind theils nicht ediert, theils nur durch besondere Vergünstigung geformt, meist durch sogenannten verlorne Thonformen. Die hier dargestellten Kapitäle wurden nach den Abgüssen dieser Sammlung aus Pompeji gezeichnet. Das oberste, ein korinthisches Säulenkapitäl, gehört dem Grabmahle der Mammia an , und ist von weißem Marmor. Das folgende, jonische Eckpilaster-Kapitäl, aus der Strada di Mercurio, gleichfalls von weißem Marmor, ward im Herbst 1830 entdeckt. Das unterste, ein flaches Pilaster- (sogenanntes Lisener-) Kapitäl von korinthischen Verhältnissen, aus der Gräberstraße, in Tuffstein (Lava) ausgeführt. Die drei schattirten perspectivischen Ansichten stellen diese Kapitäle in ihrem gegenwärtigen beschädigten Zustande vor. In den geometrischen Darstellungen sind die fehlenden Theile vom Herrn Professor Mauch ergänzt."

Letzte Aktualisierung: 09.10.2026

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Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Jacob van Ruisdael gilt als der bedeutendste niederländische Landschaftsmaler, eine Gattung, die in kunsttheoretischen Schriften keinen hohen Rang einnahm.Nur eine weitere Ansicht Rhenens durch van Ruisdael ist erhalten (St. Petersburg); sie zeigt die Stadt aus entgegengesetzter Richtung. Beide müssen auf der Reise nach Bentheim entstanden sein, die der Künstler 1650/1653 unternahm. Das beliebte Motiv des Turmes der Cunera-Kirche als mächtigem, die Landschaft beherrschenden Kennzeichen, wird durch van Ruisdael auf die Spitze getrieben, indem er einen Blickwinkel wählt, der den Baublock der Kirche selbst hinter dem Turm verschwinden läßt, während von dem benachbarten großen Palast, den Friedrich V. von der Pfalz, der sogenannte Winterkönig, sich hier im Exil von Bartholomeus van Bässen hatte bauen lassen, nur die Dächer zu sehen sind. So kann der Kirchturm, in dessen Schatten sich der ganze Ort zu ducken scheint, bei van Ruisdael zum Angelpunkt einer asymmetrischen, aber wohlbalancierten Komposition werden. Dynamik entsteht durch die von links vorn nach rechts hinten schwingende Linie von Weg und Ufer, während die mit großer Leichtigkeit auf das Blatt gesetzten Wolken ein raffiniertes Gegengewicht zu dem aus der Mitte gerückten Turm bilden. (Um so schmerzlicher stört die übergroße Besitzermarke des Zaren.)Typisch für van Ruisdael ist die spürbare Distanziertheit vom Gegenstand, z.B. das Fehlen menschlicher Figuren, die der Darstellung einen Ernst, ja eine Strenge verleiht, die bei anderen holländischen Landschaftern selten zu finden sind.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 222, Kat. IV.75 (mit weiterer Literatur)