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Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker. Teil 2, Abteilung 2, Blatt 23: Pistole der Renaissance aus dem Besitz des Lazaro Cominazzo aus der Rüstkammer in Dresden in Seiten- und Aufsicht mit Details und ein Pistolenscheide (?) mit Totentanzrelief nach einem Entwurf Holbeins

Ident. Nr.: 37.24-1991

ObjID: obj:1517507

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Hans Holbein (der Jüngere) (1497/98 - 1543),
Zeichner*in
Ausführung: Johann Mathäus Mauch (22.2.1792 - 13.4.1856),
Zeichner*in
Ausführung: Johann Samuel Otto (17.1.1798 - 21.1.1878),
Stecher*in
Ausführung: Gustav Lüderitz (1803.12.15),
Stecher*in
Ausführung: Friedrich Wilhelm Schwechten (1796 - 1879),
Stecher*in
Ausführung: A. Prêtre (nachgewiesen 1821 - 1854),
Drucker*in
Ausführung: Technische Deputation für Gewerbe,
Herausgeber*in
Datierung
Herstellung: 1831/1836
Systematik/Art

Objektbeschreibung

Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker. Zweiter Theil, Zweite Abtheilung, S. 7f.:
"Blatt 18 bis 23. Wenn auch die Waffen, welche wir Blatt 18 bis 23 folgen lassen, wenig unmittelbare Anwendung finden dürften, so enthalten sie doch anwendbare Motive für die wenige Fälle, wo das Regelmentaire des heutigen Militär-Wesens der Phantasie noch einigen Spielraum für den Waffenschmuck gestattet, oder für die wenigen Luxuswaffen, bei denen der Geschmack der Zeit nicht auch jede Verzierung verbannt hat. Aber auch das bloße Studium der Linien wird in einigen der gegebenen Beispiele, z. B. der Pistolen, Blatt 23, anwendbare Resultate haben. Die Gegenstände sind theils in der Dresdener Rüstkammer von Herrn Professor Mauch gezeichnet, theils aber gehören sie der Sammlung des Herrn Llewelyn Meyerick in Goodrich-Court, Herrfordshire, an, wovon eine Beschreibung erschienen ist, aus welcher wie die betreffenden Gegenstände entnommen haben *). Unsere Hauptstadt enthält übrigens in der Waffen-Sammlung Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Carl von Preußen einen Schatz italienischer und anderer Kunstwerke, und auch die Sammlung im Zeughause manches Werthvolle für die Kunst.
*) Engraved illustrations of ancient arms and armour from the collection of Llewelyn Meyerick at Goodrich-Court. Herefordshire by J. Skeleton. vol. I. and II. 4to. London 1830. [...]
Blatt 23. Die auf diesem Blatt dargestellten Pistolen von Lazaro Cominazzo befinden sich in der Rüstkammer zu Dresden. Wir kennen viele reicher verzierte gleiche Waffen aus dem Cinquecento, deren Ausführung in ihren Einzelnheiten Bewunderung erregt; welche man griechisch nennen kann. Das Fac simile einer Original-Zeichnung Holbein’s erläutert sich durch die Platte. Der ehemalige Besitzer der Zeichnung, Kunsthändler van Mecheln hat einem mittelmäßigen Stich danach in seinen Oeuvres de Holbein gegeben. Wir glaubten, dieses Fac simile den Kunstfreunden schuldig zu sein, den Gewerbetreibenden aber dadurch zeigen müssen, wie ihre Genossen jener Zeit sich die Anwendung der Werke von Künstlern ersten Ranges angelegen sein ließen. Das Niello, das Graviren in Silber ist (letzteres in England) wieder in Cours gekommen, und der Geschmack des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts ist wieder Modesache. Die Werke der sogenannten kleinen Meister jener Zeit, welche eine Menge schöner Blätter für Gold- und Silber-Arbeiten lieferten, dürfen daher studirt zu werden verdienen."

Letzte Aktualisierung: 27.10.2026

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Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Die Imker

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Eine Aufschrift, vom Künstler selbst auf eine Zeichnung geschrieben, gibt die Gewißheit, daß der Sinn der Darstellung von ihm genau überlegt war. In diesem Fall ist ihr Inhalt (»die das Nest kennen, die kennen es, der es raubt, der hat es«) nicht leicht mit dem Sichtbaren in Einklang zu bringen, ja erst die Aufschrift macht allesproblematisch. Üblicherweise gehört sie zu Darstellungen des Sprichworts vom Vogelnest, wo tölpische Bauern einen Knaben beobachten, der frech ein Nest ausnimmt, das sie ebenfalls gekannt hatten, ohne aber ihr Wissen zu nutzen. Auf unsere Darstellung angewendet hieße das, die Imker bereiten mit professioneller Umständlichkeit das Einfangen eines Bienenschwarms vor, den ihnen ein flinker Junge kühn wegschnappt, wobei er, auf Schutzkleidung verzichtend, die schmerzhaften Stiche in Kauf nimmt. Wir sehen jedoch keinen Schwarm, auch keinen Sack, mit dem der Junge die Bienen fangen könnte, sein Tun im Baum bleibt unklar. Hätte Bruegel diese Aussage geben wollen, hätte er sie deutlich gemacht. Insofern hat eine neuerlich vorgeschlagene politische Deutung der Szene viel für sich: Bildersturm und darauf folgende Massenhinrichtungen durch Alba in Brüssel (seit August 1567; uns vertraut durch Goethes Egmont und Schillers Don Carlos) hatten ohne Zweifel auch Bruegel tief erschüttert. Karel van Mander, der niederländische Künstlerbiograph (1604) überliefert, daß Bruegel auf dem Totenbett politisch anstößige Arbeiten durch seine Frau vernichten ließ. War die Aussage verschlüsselt genug, durfte das Blatt erhalten bleiben.Text: Hans Mielke in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 183f., Kat. IV.22 (mit weiterer Literatur)

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