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Ident. Nr.: I. 4502

ObjID: obj:1722787

Details (Expert)

Datierung
Anfang 16. Jahrhundert
Datierung engl.: early 16th century
Geografische Bezüge
Herkunft (Allgemein): Türkei,
Land
Herkunft (Allgemein): Ägypten,
Land
Abmessungen
Höhe: 66,5 cm
Breite: 45,5 cm
Gewicht: 5900 g

Objektbeschreibung

Getriebene und gelötete Hängelampe aus einer Kupferlegierung mit graviertem, durchbrochenem und silbertauschiertem Dekor. Die Lampe hat die Form einer sechsseitigen Pyramide. Eine Dreiviertelkugel mit profiliertem Schaft bekrönt das Objekt. Das Hauptfeld der Lampe war wohl mit einer 2-flügeligen, passig geschwungenen Tür ausgestattet wie bei der Lampe I. 4500, die jedoch verloren ist. Im Innern der Lampe konnten im Boden sieben Lichter eingesetzt werden.
Jede der sechs Seiten ist dreifach gegliedert. Je zwei Inschriftenfelder rahmen die mittleren Flächen mit großen Medaillons und Anhängern. Die Medaillons stehen vor einem geometrischen Grund und sind mit Lotusknospenranken gefüllt. Diese entwickeln sich aus einem zentralen, zehnseitigen Stern. Die Kugel ist ebenfalls verziert. Ein graviertes Inschriftenband wird von Lotusmedaillons unterbrochen.
Alle Inschriften beziehen sich auf einen hohen Beamten der letzten Mamluken-Sultane, die am Anfang des 16. Jahrhunderts in Kairo regierten.
Die Lampe stammt allerdings aus einer Moschee in Gebze (Türkei). Die Durchbrucharbeiten illuminierten den Raum in der Art der Verzierung und verleihen ihm somit einen besonderen Charakter. Zudem sind Reste von Tauschierungen erkennbar. Bei der Dekortechnik des Tauschierens werden dünne Metalldrähte, z.B. aus Silber, Kupfer oder auch Gold, in vorgegebenen Mustern in das zu verzierende Objekt eingehämmert.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Islamische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Formgeblasener Kasten aus farblosem Glas mit geschnittenem und geschliffenem Dekor; außerdem zwei Scharnieren und einem unvollständigen Verschluss aus Kupferlegierung. In den Deckel des Kastens sind konzentrische Kreise eingeschliffen, in deren Mitte jeweils die Scharniere befestigt sind. Zwischen den beiden Kreisen befindet sich ein abgetreppter länglich-ovaler Dekor, in dem die winzige Bohrung für den jetzt verlorenen Verschluss sichtbar ist. Auf der Unterseite ist das länglich-ovale Muster viermal wiederholt, außen breiter und innen schmaler gearbeitet. Vorne in der Mitte befindet sich der Beschlag mit einem kleinen Stift für den (verlorenen) Verschluss. Der Kasten wurde als flaschenähnliches Gebilde in eine Form geblasen und anschließend in zwei gleiche Hälften geschnitten. Dabei entstanden vor allem innen zahlreiche kleine Ausbrüche und Absplitterungen. Die beiden Schmalseiten, also ursprünglich die »Böden«, zeigen Reste der abgearbeiteten Heftnarben. An der Unterseite sind leichte Kratz- und Gebrauchsspuren.Das Stück ist im Stil der üblichen Schreibkästen gearbeitet. Allerdings gelangten solche Kästen als Reliquienbehältnisse nach Europa, wie ein ähnlich dekorierter Kasten im Dom von Capua (Italien) zeigt. Das klare, farblose Glas imitiert den kostbareren Bergkristall, der sich zur Zeit der Fatimidenherrschaft in Ägypten größter Beliebtheit erfreute. Die ursprüngliche Funktion des Stückes ist unbekannt, obwohl sich etliche, meist kleinere Kästen erhalten haben, allerdings ohne Inhalt.

Vollständig erhaltener Kasten aus Elfenbein. Der rechteckige Kasten mit pultförmigem Deckel weist einen Kern aus Holzplatten auf, der ursprünglich wohl mit einem Textil ausgeschlagen wurde. Die Außenseite, die aus Elfenbeinplatten besteht, ist mit grüner, brauner und goldener Malerei verziert, die schwarz konturiert ist. Zu erkennen sind auf der Vorderseite zwei Medaillons mit jeweils einem Rankensystem gefüllt, die von Vögeln flankiert werden, darunter Wiedehopfe und Pfauen sowie Jagdhunde, die ein Rankenmotiv im Zentrum erfassen. Die Rückseite weist drei Medaillons auf, wobei das mittlere Medaillon mit einer stilisierten Löwendarstellung gefüllt und ebenfalls von Vögeln flankiert ist, während die beiden anderen Medaillons Rankenmotive zeigen. Die Schmalseiten sind identisch. Wiedergegeben ist eine Harfenspielerin in einem Medaillon, ebenfalls von Vögeln umgeben. Der schmale Rand des Deckels ist frontal mit einer Inschrift im Kufi-Duktus verziert und geht in Vogel- und vegetabile Motive über. Der Dekor an den Schrägseiten des Deckels weist ebenfalls Medaillons auf, die Rankenwerke und Gazellen zeigen, die wiederum teils von Vögeln, teils von Jagdhunden flankiert werden. Die Deckeloberseite wird von zwei stilisierten Löwen, jeweils in einem Medaillon und von Vögeln umgeben verziert. Die Messingscharniere sind lanzenförmig und vergoldet. An der Oberseite ist ein vergoldeter Griff befestigt, während an der Vorderseite ein Schloss mittig angebracht ist. Dieser Kasten gehört zu einer Gruppe von größeren und kleineren Kästen (vgl. I. 586, K 3103), die womöglich in Sizilien oder Süditalien hergestellt wurden, wobei ähnliche Kästen auch aus Spanien bekannt sind. Sie sind in Kirchenschätzen als Reliquienbehälter verwendet worden, aber wahrscheinlich auch als diplomatische Geschenke. Die Auftraggeber für solche Objekte stammten vermutlich aus dem höfischen Milieu.