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Öllampe mit Togatus

Ident. Nr.: 3426

ObjID: obj:1722937

Details (Expert)

Beteiligte
Josef Strzygowski (7.3.1862 - 2.1.1941),
beauftragter Käufer
Datierung
verbale Datierung: 7. Jahrhundert
Systematik/Art
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Länge x Breite: 14,2 x 8 cm
Erwerbung
1900/1901 durch Josef Strzygowski von dem Händler Daniel Marie Fouquet in Kairo angekauft.

Objektbeschreibung

Den Spiegel der Lampe ziert, in flachem Relief, das Brustbild eines Mannes. Er hat seine rechte Hand zum Redegestus erhoben. Bekleidet ist er mit einer Toga, die ihn als römischen Bürger auszeichnet. Da jegliche Inschrift oder erklärende Attribute fehlen, ist der Dargestellte nicht näher zu identifizieren. In Höhe seiner Schultern sind zwei Eingusslöcher unbeholfen in den Spiegel eingeschnitten. Über einen Steg werden Lampenspiegel und geschwärztes Brennloch an der Spitze der langen Tülle miteinander verbunden. Zwei geometrisch akkurat angelegte Palmzweigdarstellungen bedecken die Schultern des Brennkörpers. Ränder und Griff des Gerätes sind unverziert belassen.
(Ehler 2012)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Allegorie des Wahnsinns

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Die auf einem Segmentbogen lagernde Aktfigur eines kahlköpfigen, finster dreinblickenden Mannes scheint in einem Anfall von Wut mit weit geöffnetem Mund zu brüllen. Aufgrund seines unberechenbaren Temperaments sind die Hände an den Gelenken miteinander verkettet. Nicht nur der sanft geschwungene Giebel, auch die Komposition der darauf ausgestreckten Figur erinnert an Michelangelos lagernde, die Zeiten des Tages symbolisierende Gottheiten aus der Medici-Kapelle in San Lorenzo in Florenz. Insbesondere das Motiv des sich auf dem Unterarm stützenden Armes, der die Aufrichtung des Oberkörpers erlaubt, ist Michelangelos Figur des „Abends“ entlehnt.Das bei seiner Erwerbung 1908 zunächst noch Pietro Tacca (1577-1640) zugeschriebene Modell konnte inzwischen mit überzeugenden Argumenten dem dänischen und überwiegend in England tätigen Bildhauer Caius Gabriel Cibber zugewiesen werden. Die hier dargestelte Allegorie des Wahnsinns ist das Pendant zur Liegefigur der Melancholie, die der Bildhauer als Giebelfiguren für das Hauptportal des Royal Bethlem Hospitals in Moorfields schuf. Das 1247 in Bedlam, vor den Toren Londons gegründete Hospital war seit dem Ende des 14. Jahrhunderts ein Heim für Geisteskranke. Als die Stadt 1666 einem Brand weitgehend zum Opfer fiel, ließ man zwischen 1674 bis 1676 einen Neubau nach den Plänen des Architekten Robert Hooke (1635-1703) außerhalb der Stadt in Moorfields errichten, wofür Cibber schließlich die beiden lebensgroßen Liegefiguren in Stein schuf. Bei dem hier ausgestellten Werk handelt es sich um einen ersten künstlerischen Entwurf des Künstlers.