Logo

Genien am Stilisierten Baum

Ident. Nr.: VA 07826

ObjID: obj:1743003

Details (Expert)

Datierung
10.–8. Jahrhundert vor Christus
Periode: Neuassyrisch
Geografische Bezüge
Fundort: Assur,
Vorderasien
Fundort modern: Qal'at Scherqat
Material / Technik
Stein-Chalcedon
Abmessungen
Höhe: 4,9 cm
Durchmesser: 1,89 cm
Gewicht: 0,05 kg

Objektbeschreibung

Das Siegel bildet zwei geflügelte, vogelköpfige Genien ab, die einen Stilisierten Baum flankieren. Beide Genien halten ein Henkelgefäß in der jeweils vorgestreckten Hand und mit der erhobenen anderen Hand scheinen sie die Früchte / Blüten des Stilisierten Baumes zu berühren. Über dem Baum ist eine Flügelsonne dargestellt. Hinter dem in der Abrollung rechts stehenden Genius ist ein bärtiger Mann mit ausgebreitet erhobenen Händen dargestellt, der mit einem kurzen Gewand bekleidet ist. Er ist von mehreren Symbolen umgeben: oberhalb seines Kopfes befinden sich das Siebengestirn und eine Mondsichel, im unterem Bildbereich sind vor ihm eine kleine Pflanze und hinter ihm ein Fisch zu erkennen. [Anja Fügert]

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Vorderasiatisches Museum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Achtseitiges Prisma mit Weihinschrift Tiglatpilesars I. von Assyrien

Achtseitiges Prisma mit Weihinschrift Tiglatpilesars I. von Assyrien

Obgleich der Anlass zur Anfertigung solcher Inschriften in der Regel der Bau von Tempeln war, hat der Inhalt weit größere Bedeutung für die Geschichtsforschung. Aufbau und Inhalt dieser zeitgenössischen Texte gehen weit über den Zweck hinaus und dienen der Glorifizierung des Bauherrn durch Auflistung seiner Taten. Das abgebildete Stück, das besterhaltene einer Reihe von Exemplaren, berichtet von den Kriegszügen Tiglatpilesars I. (1114–1076 v. Chr.) von Assyrien. Eingeteilt in sichtbare Paragraphen werden nach der Einleitung mit Gottesanrufungen und Titulatur die Feldzüge in Annalenform chronologisch beschrieben. In bildreicher und drastisch realistischer Erzählweise erscheinen aufeinanderfolgend militärische Operationen von großer Reichweite und kriegerischer Härte. Sie führten u. a. bis nach Anatolien und Armenien, zu den Quellen des Tigris und Habur, wie auch nach Obermesopotamien/Syrien sowie in die Wüste zum Kampf gegen die Aramäer. Erstmals konnten das Mittelmeer erreicht und die dortigen Staaten unterworfen werden. Wegstrecken von mehr als 1000 Kilometern wurden zurückgelegt, wobei man auch Pioniertechnik zur Flussüberwindung einsetzte. Entscheidenden Anteil am siegreichen Vorgehen hatten dabei die beweglichen Kampfwagenverbände. Reiche Beute floss ins Land, es wurden „erobert 42 Länder und ihre Könige, vom Ostufer des Unteren Zab ... bis jenseits des Euphrat, die ‚Hethiter’, und das (Mittel)meer im Westen – von meinem Antrittsjahr bis zu meinem fünften Regierungsjahr“. Exotische Früchte und Bäume führte man mit und kultivierte sie in Assyrien. Elefanten und andere Wildtiere fing man und hielt sie als Schauobjekte bzw. zur Zucht von Opfertieren. Dies alles wurde aufgezeichnet anlässlich der Wiederherstellung des Anu-Adad-Tempels in Assur, datiert am 29. Tag des Kuzallu im Eponymat des Obermundschenks Ina-ilija-allak (d. i. etwa 13. Juni 1109 v. Chr.), und im Fundament niedergelegt. [Joachim Marzahn]