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Tabernakel mit thronender Maria mit Kind aus dem Welfenschatz

Ident. Nr.: W 37

ObjID: obj:1819186

Details (Expert)

Datierung
3. Viertel 13. Jahrhundert
Bearbeitung: 1. Hälfte 14. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Deutschland
Abmessungen
Objektmaß: 16,3 x 10,1 x 7 cm

Objektbeschreibung

Die kleine Figurengruppe einer thronenden Maria mit Kind aus Elfenbein wird oberhalb eines durchbrochen gearbeiteten, als Depositorium für Reliquien dienenden Sockels in einem tabernakelförmigen architektonischen Gehäuse verwahrt, welches durch insgesamt vier bewegliche Flügel geschlossen werden kann. Die Innenseiten dieser Flügel zeigen aufgelötete Stanzreliefs, deren Model wohl noch etwas älter sind als die übrige Goldschmiedearbeit. An den beiden inneren Feldern erscheinen jeweils ein stehender und ein kniender Orant unter einem schwebenden Engel, an den beiden äußeren je ein kniender Engel, darüber auf dem linken Flügel Christus als Weltenrichter, auf dem rechten eine stehende männliche Figur. Die Außenseiten der beiden die Frontseite des Tabernakels verschließenden schmalen Flügel tragen eine gravierte Inschrift mit dem Verzeichnis der (ehemals) enthaltenen Reliquien: AN/DR/EE • / AP(OSTO)/LI • /MA/VR/IC/II • / BL/AS/II • / GE/OR/GI/I • C/LA/RE • / VI/RG/IN/IS. Dieses kleine, eher für den individuellen Gebrauch geeignete tabernakelförmige Reliquiar ist durch die spätere Hinzufügung eines Ständers mit einem rundem, nur durch ein Perlband an der Zarge verzierten Fuß und einem Nodus in Gestalt eines sechsfach gebusten Rippenknaufs zu einem Reliquienostensorium umfunktioniert worden.
Die Erwähnung einer Reliquie der hl. Klara macht eine Entstehung der ursprünglichen Teile des Werkes nach der Kanonisierung der Heiligen im Jahr 1255 wahrscheinlich. Eine überzeugende Lokalisierung der Entstehung der Elfenbeinschnitzerei ist bislang nicht gelungen. LL

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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