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"Tonfigur eines Hermaphroditen (Guinea Incisco)"

Ident. Nr.: IV Ca 41634

ObjID: obj:459374

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939),
Sammler*in
Florimond Duc de Loubat (1897),
Mäzen*atin
Datierung
Bicromo en zonas (500 v.Chr. - 500 n.Chr.)
Geografische Bezüge
Nicoya,
Stadt
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Objektmaß: 10,3 x 7,9 x 6,1 cm

Objektbeschreibung

Stehende, anthropomorphe Miniatur. Die weibliche Figur besitzt drei massive Beine, die sich an einem hohlen, tonnenförmigen Körper befinden. Die Gestalt trägt Ohrschmuck und besitzt eine runde Kopfbedeckung, die durch feine Ritzungen verziert wird. Die Brust- und Bauchpartien der Skulptur zeigen ein geritztes Kreuzmotiv. Alle Ritzungen wurden nach dem Brand ausgeführt. Am Hals befinden sich zwei kleine gegenständige Öffnungen, die wahrscheinlich zur Aufhängung dienten. Eine weitere kleine Öffnung erscheint am Rücken. Das Objekt wurde geglättet, geschlämmt, grundiert und hoch poliert. Die Grundierung ist partiell erodiert.

Die monochrome Keramik besitzt eine rot-braune Grundfarbe. Körperhaltung und Gesicht zeigen ein stehendes, anthropomorphes Wesen an, das beide Hände auf die Wangen legt. Seine Kopfbedeckung wird durch zwei umlaufende Linien verziert. Im Zentrum der Kappe befindet sich ein Kreuz, das mit der Ritzung auf den Brust- und Bauchpartien der Figur korrespondiert. Soziale Bedeutung: ähnliche Objekte wurden als Anhänger oder Gefäßpfeife (Lehmann 1913) interpretiert. Nach Lothrop 1926: orange-brown ware figurine. Nach Lehmann 1913: El Viejo-Stil.

Kulturelle Bedeutung: der Typ ist sowohl aus Bestattungen als auch aus Haushaltskontexten bekannt. Seine Keramiken zeigen gestalterische Einflüsse aus dem Zentralen Hochland und der Atlantischen Abdachung von Costa Rica.
(Künne 2004)

Letzte Aktualisierung: 24.10.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.