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Ringplatte mit dem Namen der Teje

Ident. Nr.: ÄM 34698

ObjID: obj:602620

Credit: Schenkung James Simon, 1920

Details (Expert)

Beteiligte
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Datierung
Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton (18. Dynastie -> Neues Reich -> Ägypten)
Datierung engl.: Amenhotep IV / Akhenaten
Weitere Titel
Ringplatte mit dem Namen der Teje
Übersetzung: Ring with name of Tiye
Geografische Bezüge
Material / Technik
Fayence (Material), blau
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 2 x 1 x 0,6 cm

Objektbeschreibung

Das hier präsentierte Objekt aus blauer Fayence entstammt einer Grundsteinbeigabe, auch Gründungsdepot genannt. Der genaue Fundort innerhalb des Anwesens ist von den Ausgräbern nicht notiert worden. Das Depot, soweit es vollständig bei den Grabungen 1912 freigelegt wurde, besteht aus den Miniaturausgaben eines Fisches und neun stilisierter Kornähren sowie sieben von ursprünglich ebenfalls neun Getreidekörner. Die beiden fehlenden Körner sind Kriegsverlust.
Grundsteinbeigaben sind seit der frühdynastischen – womöglich auch schon seit der prädynastischen Zeit – bekannt und wurden durchgängig bis in die griechisch-römische Zeit angelegt. Auch in Mesopotamien wurden Gründungsbeigaben gefunden. In Ägypten waren sie aber nicht allein auf den göttlichen oder königlichen Bereich – wie in Tempeln oder Palastanlagen beschränkt –, sondern sie sind auch in Privatgräbern, Festungsanlagen, Stadtmauern sowie in Wohnhäusern nachweisbar. Grundsteinbeigaben wurden vor dem Baubeginn eines Gebäudes oder einer Grabanlage in das Fundament gelegt; sogar eine Deponierung im weiteren Umkreis des Gebäudes war möglich. Zu den Beigaben zählten häufig Votivtäfelchen, Gefäße aus Stein oder Ton, Werkzeuge, die beim Bau zum Einsatz kamen wie beispielsweise Hacken, Meißel, Mörser und Ziegelsteine, aber auch Nahrungsmittel und Mahlsteine für Getreide oder Weihrauch. Da nach Vorstellung der Alten Ägypter nur die Form die Funktion bestimmte, wurden diese Beigaben häufig als Modelle in Miniaturausführung angefertigt. Auch die Materialien spielten eine untergeordnete Rolle. Von einfachen Tonmodellen über Fayence bis zu kostbaren Beispielen reicht hier die Bandbreite. Die Modelle dienten als Votivgabe, die vor Baubeginn den Bauplatz symbolisch reinigen sollte. Diese Deponierung der Beigaben war beim Tempelbau mit einer Reihe von Gründungsritualen verbunden.
Nicht selten geben die Gründungsdepots auch Hinweise auf die Funktion des Gebäudes. Möglicherweise handelt es sich bei dem Fundort im Anwesen des Bildhauers Thutmosis um einen Vorratsraum oder einen Speicher für Getreide.
Nach: Schmidt, S., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 378 (Kat.-Nr. 164).

Letzte Aktualisierung: 24.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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