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Zisterspielerin

Ident. Nr.: 871

ObjID: obj:871240

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Cornelis Pietersz. Bega (1631-1664),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1662
Systematik/Art
Weitere Titel
Zisterspielerin
Übersetzung: Cittern Player
Geografische Bezüge
Herstellungsort: Haarlem,
Stadt
Material / Technik
Leinwand
Abmessungen
Bildmaß: 36 x 33,4 cm
Erwerbung
1829/30 Überweisung aus den Königlich Preußischen Schlössern

Objektbeschreibung

Vor dunklem Hintergrund lagert eine weibliche Figur in üppiger Draperie auf einem bildparallel angeordneten grauen Steinbogen, der das gesamte untere Viertel des Bildes überspannt. Da die obere Kante der Brücke auf Augenhöhe des Betrachters liegt, ist die Frau in leichter Untersicht wiedergegeben. Hinter der Frauenfigur erhebt sich leicht schräg in die Bildtiefe ragend ein Tisch, beladen mit einer Fülle von Gegenstanden, Bücher vor allem, dazu ein bis zum Boden herab wallender Teppich, ein Gefäß sowie, ganz links, auf einem Tuch, ein Blasinstrument. Zu Füssen des Möbels liegt ein Saiteninstrument. Das rechte obere Bilddrittel wird beherrscht durch einen rötlichbraunen Vorhang, der mit reichem Bausch über eine Stange (?) geworfen ist. Es bleibt unklar, wie der Bildraum wirklich zu lesen ist. Offenkundig spielt der Maler mit dem Übergang von Innen- zu Außenraum, entfernt vergleichbar die Fensterbilder, wie sie in der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts wiederholt begegnen. Das Bildlicht fällt von links oben ein; es beleuchtet jedoch nur einen seichten Bereich des Vordergrundes. Tonige und zumeist dunkle Farben herrschen vor im Farbklang des Gemäldes. Helle Töne und Lokalfarben begegnen beinahe ausschließlich bei der Frauenfigur, vor allem in ihrer Bekleidung: grünliches Blau im Mieder, ins Violette spielende Töne in Hemd und Kopftuch, gelbliche Lichter auf dem Rock und den Ärmeln. Die Lichter sind aufgetragen in feinsten Strichlagen, oft bestehend aus dichten Folgen kleiner pastoser Tupfer. Die Kostümierung findet mit Sicherheit keine wirkliche Entsprechung in der tatsachlichen Mode des 17. Jahrhunderts. Offenkundig hat der Maler sein Modell mit zum Teil losen Tüchern nach Maßgabe seiner künstlerischen Vorstellung frei drapiert, wobei ihm wichtig war, dem Rock mit der links von der Zister sich bauschenden Stoffbahn ein symmetrisches Pendant zu geben. Die schimmernde Qualität der Stoffe assoziiert auf den ersten Blick Reichtum; dieser Einschätzung widersprechen aber Gesicht und Hände der Frau: Der ganz und gar nicht vornehm-blasse Teint, die deutlich sichtbare Wirkung des Sonnenlichts weist die Figur als Angehörige eines weniger privilegierten Standes aus. Die Frau hält ein Saiteninstrument in Händen, eine sogenannte Zister. Sie scheint im Moment jedoch nicht zu spielen: Zwar greift die Linke einen Akkord, die Finger der rechten jedoch sind entspannt-untätig – lediglich der Daumen befindet sich überhaupt im Bereich der Saiten. Haltung und Mimik der Frau geben die Anmutung, sie habe zwar gerade gespielt oder eben mit ihrer Musik einsetzen wollen, sie werde aber just in diesem Moment abgelenkt durch etwas, worauf sie den Blick ihrer ganz nach links in die Augenwinkel gerückten Pupillen lenkt. Das Thema des Musikers oder der musikalischen Solistin hat große Verbreitung in der holländischen Kunst des 17. Jahrhunderts. Auch in der Haarlemer Genremalerei nehmen Musikanten und Musikinstrumente breiten Raum ein, oft mit satirischen oder moralischen Konnotationen. Die Musikantin auf Begas Bild jedoch ist allem Anekdotischen enthoben; ihre labile Position auf dem Bogen ist zwar bildmächtig, verweigert aber jede Plausibilität im Sinne einer schlüssigen Bilderzählung. Im Gegensatz zu den Kompositionen, in denen Cornelis Bega Paare oder Personengruppen mit Musikinstrumenten kombiniert, entstand dieses einfigurige Bild offenkundig in der Absicht, eine Allegorie der Musik zu malen. Der Erfolg der Komposition ist ablesbar an mehreren im Format nur geringfügig voneinander abweichenden Versionen.

SIGNATUR / INSCHRIFT: unten links von der Mitte: c bega A°1662

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Allegorie auf Friedrich den Großen als Gründer des deutschen Fürstenbundes

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Im Katalog der Berliner Akademieausstellung von 1787 (als Nr. 2) wird das Gemälde folgendermaßen beschrieben: „Der Fürstenbund. Friedrich der Zweite, der mit einer Fackel die Waffen des Krieges angezündet hat, umwindet mit dem friedlichen Oehlzweige, den ihm die Staatsklugheit vorhält, das Bund Wurfpfeile, welches ihm von der Göttin Deutschlands dargereicht wird, hinter dieser steht die Göttin der Eintracht, die man an ihren beiden zusammengeschlungenen Fruchthörnern erkennet.“Der deutsche Fürstenbund wurde auf Anregung Friedrichs des Großen im Jahre 1785 gegründet. Anlass war ein Gesuch des bayerischen Erbfolgers, Herzog Karl von Pfalz-Zweibrücken, um Schutz vor dem Drängen Kaiser Josephs II., Bayern im Tausch gegen die österreichischen Niederlande an das Haus Habsburg abzutreten.Ein Kontrakt zwischen Preußen und den Kurfürstentümern Hannover und Sachsen gründete den Bund, dem sich auch kleinere Länder schnell anschlossen. Die Koalition zerfiel beim Tod des Preußenkönigs im August 1786. Das Gemälde basiert auf Anregungen des mit Rode befreundeten Lyrikers und Logik-Professors an der Berliner Kadettenanstalt, Karl Wilhelm Ramler. Es gehört zu der sogenannten Fridericiana, einer losen Folge von nachträglich zur Serie erklärten Gemälden Rodes, die zwischen 1786 und 1795 entstanden und sich bildkünstlerisch mit der Biografie Friedrichs des Großen (1712–1786) befassen. Die Fridericiana folgt ideologisch der Brandenburgiana, einer zwischen 1757 und 1763 entstandenen Serie von Gemälden Rodes mit Ereignisdarstellungen aus der brandenburgisch-preußischen Geschichte. SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. am Altar: B. Rode 1786

Allegorie auf Friedrich den Großen als Perseus

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Das Gemälde basiert thematisch auf einer „Anleitung zum Gebrauch allegorischer Personen für bildende Künstler“ des mit Rode befreundeten Lyrikers und Logik-Professors an der Berliner Kadettenanstalt, Karl Wilhelm Ramler: „Die Göttin der Weisheit zeigt dem gewaffneten Helden in ihrem spiegelhellem Schilde was hinter seinem Rücken vorgeht: er sieht darin eine schlangenhaarige Göttin schlafen. Sogleich zieht er seinen Degen, noch ehe sie wach wird“. Die Dynamik des Vorgangs wird am rechten Bildrand durch den rücklings ausweichenden geflügelten Genius mit dargebotener Rüstung, Waffe und Lorbeerkranz hervorgehoben. Dazu bietet die dramatische Wolkenlandschaft des Hintergrundes den geeigneten bildkünstlerischen Resonanzraum für die sinnbildliche Darstellung der bedeutenden historischen Entscheidung Friedrichs des Großen, unangekündigt in Sachsen einzumarschieren und damit den später so bezeichneten Siebenjährigen Krieg (1756–1763) zu beginnen. Das Gemälde gehört zu der sogenannten Fridericiana, einer losen Folge von nachträglich zur Serie erklärten Gemälden Rodes, die zwischen 1786 und 1795 entstanden und sich bildkünstlerisch mit der Biografie Friedrichs des Großen (1712–1786) befassen. Die Fridericiana folgt ideologisch der Brandenburgiana, einer zwischen 1757 und 1763 entstandenen Serie von Gemälden Rodes mit Ereignisdarstellungen aus der brandenburgisch-preußischen Geschichte. SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. an der Schwertscheide: B. Rode 1789

Bettelmusikanten

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In Ochtervelts Oeuvre zählen die sogenannten „Hausflurbilder“, in denen der Blick auf Musikanten oder Lebensmittelhändler an der Türschwelle vor dunklen, reich ausgestatteten Hausfluren fällt, zu einer wichtigen, vom Maler entwickelten Themengruppe. Im Gegensatz zu vielen seiner Künstlerkollegen legte Ochtervelt die Szenerien als Interieurs vom voorhuis (Hausflur) an. Symbolisch steht die Tür des eleganten Bürgerhauses hierbei als Übergang zwischen öffentlicher Außenwelt und privatem Innenraum für die Trennung zwischen niedrigen Ständen und feiner Gesellschaft des Bürgertums. Im Eingangsbereich der vornehmen Wohnstätte, die wegen ihrer nächtlichen Verortung beinahe im Dunkel liegt, steht eine junge Frau auf der linken Seite. Durch die Tür sind herannahende Straßenmusikanten zu erkennen, die Anstalten machen in die private Sphäre des marmorgefliesten Flurs einzutreten. Die Frau hält mit beiden Händen ein Kleinkind, das sich um die Aufmerksamkeit eines Hundes bemüht, an den Gängelbändern seines gelben Kleides. Ein zweites Kind im roten Satinkleid und teurem Spitzenkragen blickt gebannt auf die beiden Gestalten im Türrahmen und schickt sich bereits an, die musizierenden Fremden mit einer Münze zu entlohnen. Die holländische Gesellschaft des 17. Jahrhunderts wird hier als idealisierte Form einer festen Ständeordnung wiedergegeben. Ochtervelts wohlhabende Gönner kamen somit in den Genuss eines beruhigenden Bildes sich gegenüberstehender sozialer Klassen. Mit einer neunteiligen Serie solcher Bilder trug Ochtervelt auf innovative Weise zur holländischen Genremalerei bei. Es ist anzunehmen, dass die „Bettlermusikanten“ das erste Bild dieser Varianten ist. In den späteren Darstellungen versetzte der Künstler die Straßenmusikanten allmählich über die Schwelle in den Innenraum, wo die Verkäufer auch der Hausherrin selber ihre Ware anbieten. Ochtervelts besonderes Augenmerk lag jedoch nicht auf den technischen Gegebenheiten, wie etwa bei Pieter de Hooch auf dem Lichteffekt der abgegrenzten Raumsituation, sondern auf dem Verhalten der beteiligten Personen. Trotzdem sind Stoffe, Oberflächen der Kostüme sowie die Architektur in besonderem Detail wiedergegeben.

Bildnis einer Dame

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Obschon das Damenporträt, dessen Gegenstück mit dem Bildnis eines Herrn der Louvre in Paris bewahrt, bislang nicht identifiziert werden konnte, kommen Zweifel über die Standeszugehörigkeit der Dargestellten nicht auf. Das gewählte Festtagskostüm, der kostbare Orientteppich auf dem Tisch, das Inkrustationswerk der Bodenfliesen, auch die profilierte Rahmung der Tür, die allen Anforderungen klassizistischer Innenarchitektur genügt, sind unmißverständliche Indizien von Wohlstand und gehobener Gesellschaftssphäre. Entscheidend wird der ständische Anspruch jedoch von der Dargestellten selbst vertreten. Aus vornehm-aufrechter Sitzpose blickt sie dem Betrachter entgegen: mit einem Zug kaum merklicher Verwunderung über die Störung, aber dennoch zu zwanglosem Kontakt bereit. Dem behutsam nuancierten Ausdruck entspricht die detailbedachte Malweise in verhalten leuchtender Farbigkeit. Das noble Schwarz des Atlaskleides bildet den Grund, von dem sich die warmen Inkarnattöne des Gesichts und der Hände wohlklingend abheben, der aber auch das modische Beiwerk wirkungsvoll hervortreten läßt, etwa den weit gespannten Gitterkragen, der mit den kostbaren Spitzenmanschetten harmoniert, oder den kostbaren Miederbesatz aus Goldbrokat, dessen schildartiger Zuschnitt sich im beweglicheren Gold der Ärmelschleifen reizvoll löst. Ringe, allenthalben Perlen, Goldketten und eine Reiherfeder ergänzen die festliche Aufmachung. Mit dem Blick auf das Alter der Dargestellten kann diese nur in ihrem Hochzeitskleid wiedergegeben sein. Das Bildnis dürfte das Ereignis der Heirat memorieren und begründet sich gerade in dieser Aufgabenstellung sinnvoll als Gegenstück zum Pariser Herrenbildnis. Die anspruchsvolle Bildanlage, die über die eigene Wirklichkeit des Modells hinausführt, ist kennzeichnend für die Porträtmalerei in Amsterdam. Mit einer auf repräsentative Wirkung zielenden Auffassung war Thomas de Keyser als Sohn und Schüler Hendrick de Keysers, der als Architekt und Meister höfischer Bildnisplastik hohes Ansehen genoß, von Hause aus vertraut. In diesen Konventionen wäre er vermutlich befangen geblieben, hätte nicht Frans Hals im benachbarten Haarlem bahnbrechende Neuerungen bereitgestellt. Dessen Momentaufnahmen spontaner Lebensäußerung halfen de Keyser, die überkommenen Porträtformeln zu lockern. Aus Haarlemer Anregungen erwuchs auch die Vorliebe für das Schaffen im Kabinettformat. Daß er diese Darstellungsform zu großer Wirkung steigerte, weist auf die Auseinandersetzung mit dem höfischen Bildnisstil Antwerpens. In den Figurenkompositionen Anton van Dycks fand er jene »grandezza« des Auftretens, in der das Spannungsverhältnis zwischen Person und Stand im Sinne einer Synthese gelöst ist. Gerade dieses lebensvolle Ineinsfallen persönlichen und ständischen Geltungsanspruchs hat Thomas de Keyser in seinem Damenbildnis zum vorherrschenden Ausdrucksmerkmal erhoben.| 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2010______________________________________________________Although there is no definite information about the identity of the subject, her clothing and surroundings clearly suggest her high social standing. De Keyser, one of the most prominent portrait painters in Amsterdam, combines great care in executing painterly detail with psychological perception of the woman. The influence of Frans Hals is evident here, as is that of Antwerp court portraiture. The companion piece, Portrait of a Man, is now in the Louvre. | Prestel Museum Guides - Gemäldegalerie Berlin, 2017SIGNATUR / INSCHRIFT: Oben an der Tür: TDK (verbunden) 1632