Logo

Christian Peter Wilhelm Beuth

Ident. Nr.: SZ Fr.Krüger 550

ObjID: obj:1014464

Details (expert)

Involved
Ausführung: Franz Krüger (1797 - 1857),
Zeichner*in
Dating
Herstellung: um 1836
Provenance
Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
bis 1992
Dimensions
Blattmaß: 35,5 x 26,4 cm

Object Description

Krügers Porträt zeigt Christian Peter Wilhelm Beuth, den Protagonisten der preußischen Gewerbeförderung, im Alter von etwa 55 Jahren. Seine jugendlich wirkende Erscheinung lässt kaum erahnen, dass Beuth zu diesem Zeitpunkt eine bereits 35-jährige Amtszeit im Staatsdienst Preußens absolviert hatte. Nach dem Studium der Rechts- und Kameralwissenschaften in Halle an der Saale 1798–1801 begann Beuth seine Beamtenlaufbahn, die ihn nach Referendariats- und Assessorenposten im Jahr 1811 in das Berliner Finanzministerium führte. Während der Napoleonischen Kriege trat Beuth in das Lützower Freikorps ein, deren zur Uniform gehörende Landwehrmütze neben der Nickelbrille zu seinem Markenzeichen wurde. 1817 wechselte er als Geheimer Obersteuerrat zum Handelsministerium, in dem er 1830 zum Wirklichen Geheimen Oberregierungsrat ernannt und damit zum Direktor des Ministeriums für Handel, Gewerbe und Bauwesen wurde. Diesem unterstand auch die allgemeine Bauschule in der Bauakademie. Zuvor hatte Beuth bereits die Gründung einer Technischen Schule initiiert, die 1821 in der Klosterstraße eröffnet wurde (seit 1827 Gewerbeinstitut). Die Lehranstalt war nur eine seiner zahlreichen Maßnahmen zur »Beförderung des Gewerbefleißes in Preußen«, die er auch auf privater Ebene mit einem gleichnamigen Verein vorantrieb. Gemeinsam mit einer achtköpfigen Expertengruppe, der »Technischen Deputation für Handel und Gewerbe« (seit 1819), zu der auch Karl Friedrich Schinkel als Fachberater für ästhetische Fragen gehörte, war Beuth die treibende Kraft hinter der Umwandlung Preußens vom Agrar- zum Industriestaat. Die Freundschaft zwischen Schinkel und Beuth begann laut Waagen im Jahr 1805. Sie intensivierte sich durch die konstante enge Zusammenarbeit, etwa bei der Entwicklung der graphischen Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker seit 1820 (vgl. Inv. 33.01-1991).
Text: Nadine Rottau (2013)

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kupferstichkabinett

Additional items from the collections

Der große Liebesgarten

Der große Liebesgarten

Eine der schönsten Darstellungen aus der Frühzeit des Kupferstiches bewahrt als Unikum das Berliner Kabinett auf – den sogenannten großen Liebesgarten. Das Thema basiert auf dem französischen »Rosenroman« aus dem 13. Jahrhundert, der außerordentlich weit verbreitet war und auch im 15. Jahrhundert noch gelesen wurde. Eine höfische Gesellschaft hat sich in Sichtweise ihrer Feudalburgen im Freien versammelt, um zu speisen und anderen Vergnügungen nachzugehen. Im Bachlauf werden Weinflaschen gekühlt, und verschiedene Tiere, darunter das mythische Einhorn, bevölkern Wald und Wiese. Alles strahlt einen idyllischen Frieden aus, satirische Anspielungen wie bei dem Liebesgartenstich des Meisters E. S. scheinen hier zu fehlen (vgl. Inv. Nr. 136-1897). Aber Affe und Bär im Vordergrund, im Spiel neckisch vereint, könnten auf das menschliche Liebeswerben und seine negativen Folgen verweisen, galt doch der Affe traditionell als ein sündiges Tier. Vorbild für den Stecher könnte ein Minne-Teppich gewesen sein, denn der motivische Reichtum und die schichtweise Übereinanderstellung von Figuren und Gegenständen erinnern auffallend an den Bildaufbau zeitgenössischer Tapisserien.Es wurde auch vermutet, daß ein Wandgemälde Jan van Eycks in der Burg der Grafen von Holland zu Den Haag (1422–24) als bildliche Quelle gedient habe.Nach dem Berliner Stich und einem anderen Blatt mit ähnlicher Thematik erhielt der unbekannte Meister seinen Namen. Er dürfte um 1435–45 in den Niederlandentätig gewesen sein, vielleicht im Umkreis des Haager Hofes. Seine wenigen Arbeiten sind mit kräftigen Umrißlinien und Kreuzschraffuren gestochen.Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 169f., Kat. IV.1 (mit weiterer Literatur)