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Landschaft mit einem Zeichner am Waldesrand

Ident. Nr.: KdZ 5369

ObjID: obj:1029671

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Jan Lievens (1607-1674),
Zeichner*in
Date(s)
Herstellung: 1622-1674
Material / Technique
Feder in Braun auf Japanpapier
Dimensions
Blattmaß: 22,4 x 37,5 cm
Acquisition
1902 mit der Sammlung Adolf von Beckerath, Berlin, erworben

Object Description

Während der Maler Jan Lievens »im Schatten Rembrandts« steht (so der Titel der großen Lievens-Ausstellung von 1979), ist sein zeichnerisches Werk nicht so stark mit dem überragenden Werkstattgenossen seiner Jugend verbunden. Das gilt besonders für die zahlreichen Landschaftszeichnungen, die zumeist erst nach der Jahrhundertmitte entstanden, also 20 Jahre nach der Zusammenarbeit mit Rembrandt und nach Aufenthalten in London (1632–1635) und dem von Rubens' Kunst beherrschten Antwerpen (1635–1644).
Die mit breiter Rohrfeder rasch und entschlossen durchgeführte Zeichnung ist auf die narbigen Stämme und die Laubmassen zwischen ihnen konzentriert, unter denen sich ein Zeichner niedergelassen hat. Die weite Flachlandschaft links mit der dieser beschäftigt ist, deutet Lievens nur an. Aber auch der Wald in der rechten Hälfte des Blattes wird nur summarisch behandelt. Vor dieser gedämpften Schattenzone fällt helles Sonnenlicht von links im Bild nach vorn und läßt die Schattenseite der Baumriesen mächtig hervortreten. Bemerkenswert ist, daß das Interesse an Baumriesen als beherrschendem Vordergrundmotiv, mit dem Lievens nach der Mitte des Jahrhunderts keineswegs allein dasteht (vgl. Inv. Nr. 202-11), sich aus derselben Quelle speist, die für die Generation der Manieristen um 1600 und bereits für Bruegel wichtig gewesen war, nämlich Holzschnitten nach Landschaften Tizians. Ein anderes Blatt von Lievens' Hand in Berlin (KdZ 376) zeigt gar eine Teilkopie eines solchen Schnittes, während sich auch seine einzige Landschaftsgraphik (B.63), die mit unserer Zeichnung stilistisch eng verbunden ist, sowohl in der seinerzeit durchaus unüblichen Technik des Holzschnittes, als auch im aufrechten Format und der Darstellung selbst mit den italienischen Werken vergleichen läßt.

Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 226, Kat. IV.79 (mit weiterer Literatur)

Last updated: 24.08.2026

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Institution:

Kupferstichkabinett

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