Logo

Ident. Nr.: IV Ca 41596

ObjID: obj:103302

Details (expert)

Creator/Entity
José Maria Velasco (1909),
Vorbesitzer*in
Date(s)
Policromo Antiguo (500 - 800)
Geographical references
Guanacaste,
Provinz
Filadelfia,
Kanton
Material / Technique
Ton
Dimensions
Objektmaß: 25,5 x 11,8 x 8,5 cm
Gewicht: 0,9 kg

Object Description

Große, stehende, anthropomorphe Figur, die sich mit beiden Händen an den Unterleib faßt. Die hohle, weibliche Skulptur besitzt eine Rasselkugel. An den Fußsohlen und am Nabel befinden sich kleine, runde Öffnungen. Am Hals erscheinen zwei weitere, gegenständige Öffnungen, die möglicherweise zur Aufhängung dienten. Die Keramik wurde geglättet, geschlämmt, grundiert, bemalt und poliert. Ihre Fußsohlen blieben unverziert. Grundierung und Bemalung sind partiell erodiert.

Die Skulptur besitzt eine rot-braune Grundfarbe, die schwarz-braun und rot bemalt ist. Die Haartracht der Gestalt wird durch eine vertikale Schädeltonsur in zwei Teile getrennt. Die Figur trägt eine rote Augenmaske und eine rote Schambinde. Ihre Hände wurden rot bemalt. Arme, Brüste und Beine zeigen schwarz-braune Motive. Die runden und viereckigen Verzierungen besitzen ein Kreuz im Zentrum. Der Rücken der Keramik blieb unverziert. Symbolische Bedeutung: Stevenson-Day (1997) interpretiert die weiblichen Skulpturen der Gruppe Galo Policromo als Schamanen.

Kulturelle Bedeutung: die anthropomorphen Figuren der zoniert zweifarbigen Keramik (Rosales Esgrafiado) und des Policromo Antiguo (Gruppe Galo Policromo) zeigen im Vergleich zu den Skulpturen späterer Keramikgruppen (Mora Policromo, variedad Guabal) einen großen darstellerischen Realismus. Die Gruppen Galo und Carillo Policromo (800-500d.C.) stellen die ersten wirklich polychromen Keramiken dar, die in der Region Gran Nicoya hergestellt wurden. Ihre Gestaltung (Form, Farbgebung, einzelne Motive) erinnert stark an die Gruppe Ulua Policromo (950-550d.C.).
(Künne 2004)

Last updated: 21.09.2026

Contact

Institution:

Ethnologisches Museum

Additional items from the collections

樹皮衣

樹皮衣

Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.