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Ident. Nr.: IV Ca 41831

ObjID: obj:103668

Details (expert)

Creator/Entity
Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939),
Sammler*in
Date(s)
300 - 700
Geographical references
Nicoya,
Stadt
Material / Technique
Stein
Dimensions
Objektmaß: 2,8 x 3,1 x 0,6 cm

Object Description

Kulturelle Bedeutung: unter Grünsteinen (chalchihuitl) werden Objekte verstanden, die aus Jadeiten, Nephriten, Quarziten oder Albit bestehen. Obwohl die Gesteine eine unterschiedliche Struktur und Zusammensetzung besitzen, scheinen alle Fundobjekte aus Quellen zu stammen, die sich entlang des Río Motagua in der Sierra de Las Minas befinden (Lange 1993:290). Die Mineralien wurden an der mexikanischen Golfküste (300-1200a.C.), auf der Halbinsel Yucatán (1200d.C.-1100a.C.), im zentralen Bergland von Honduras (500-200d.C.) und im Norden von Costa Rica (900d.C.-500a.C.) bearbeitet. Aus El Salvador und Nicaragua sind kaum Grünsteinobjekte bekannt. Die ältesten kostarikanischen Artefakte stammen vom Fundort La Regla (Golfo de Nicoya) und weisen ein Alter von 500±70a.C. auf. Die jüngsten Grünsteine wurden in La Ceiba am Río Tempisque gefunden und auf 950±80d.C. datiert (Guerrero 1998: 28). Die Objekte können mit Sekundär- (La Regla) oder Primärbestattungen (Monte Sele) vergesellschaftet sein. Sie treten sowohl in Körper- als auch in Brandbestattungen (Mamá Ines bei La Cruz) auf. Obwohl die meisten kostarikanischen Grünsteinarbeiten in der Region Gran Nicoya und im Atlántico Norte angefertigt wurden, sind auch importierte Objekte bekannt. Sie stellen oft Anhänger, Scheiben oder löffelähnliche Ritualobjekte dar, die olmekische Verzierungen (Guerrero 2001: 31, Pl. 17) oder klassische Mayaglyphen (Miller Graham 2001: 52, Pl. 28; Stone 1977: 60, Figs. 84, 85) tragen. Insgesamt sind über 300 Grünsteine dokumentiert, die aus kontrollierten archäologischen Ausgrabungen stammen (Guerrero 2001: 29). Die bekanntesten Fundorte der Region Gran Nicoya sind Monte Sele (bei Bagaces), Ballena, Finca Linares, La Ceiba, Las Delicias, Las Huacas, Nacascolo, Nosara, La Regla und El Viejo. Das erstmalige Auftreten von Grünsteinobjekten geht in Costa Rica mit dem Erscheinen der zweifarbig zonierten Keramik (500d.C.-500a.C.) einher. Der Niedergang der Fundgattung wird häufig mit dem Zusammenbruch von Teotihuacán (700d.C.-150a.C.) und der Verbreitung von Metallobjekten verbunden. Die Sammlung W.Lehmann umfaßte nach dem Katalog des Berliner Altamerikanisten 340 Grünsteinarbeiten, die von 33 verschiedenen kostarikanischen Herkunftsorten stammen. Allein 138 Objekte sind in Erdaufschüttungen gefunden worden, die sich bei El Viejo befanden. (Künne, 2005)

Last updated: 29.07.2026

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Institution:

Ethnologisches Museum

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.