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Die Versuchung des Hl. Antonius

Ident. Nr.: B-120

ObjID: obj:1039967

Details (expert)

Involved
Ausführung: Lucas Cranach (der Ältere) (1472-1553),
Inventor*in
Dating
Herstellung: 1506
Provenance
Peter Christian Wilhelm Beuth (1781-1853),
326906
Beuth-Schinkel-Museum (1885-1924),
bis 1923
Dimensions
Blattmaß: 40,0 x 27,7 cm
Bildmaß: 40 x 27,7 cm
Wasserzeichenmaß: 103 x 48 mm
Andere: Rippliniendichte: 11/10 mm
Andere: Kettlinienintervalle: [.]-27-27-27-26-27-26-26-27-26-27-28-26-26-28-[.] mm

Object Description

Der hilflos auf den Rücken gefallene Eremit wird von Dämonen in die Luft gehoben, mit Steinen und Stöcken bedrängt, am Bart und an der Kutte gezerrt. Über die Hälfte des Blattes wird von den geflügelten Kreaturen bevölkert; einige haben Hörner und Krallen, andere gleichen Insekten, Wildschweinen oder Drachen. Antonius‘ Glaube besiegte die vom Teufel gesandten Geister jedoch. Überliefert wird die Begebenheit, die sich hervorragend für eine fantasievolle Gestaltung eignet, in der Legenda Aurea, einer Sammlung von Legenden, die Jacobus de Voragine um 1264 verfasste. Im Kontrast zu den dynamischen Linien im oberen Bereich erstreckt sich unten eine stille, weite Landschaft. Die Wappen verweisen auf den sächsischen Kurfürsten Friedrich den Weisen, in dessen Dienst Cranach stand.

Last updated: 22.07.2026

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Institution:

Kupferstichkabinett

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Eine der schönsten Darstellungen aus der Frühzeit des Kupferstiches bewahrt als Unikum das Berliner Kabinett auf – den sogenannten großen Liebesgarten. Das Thema basiert auf dem französischen »Rosenroman« aus dem 13. Jahrhundert, der außerordentlich weit verbreitet war und auch im 15. Jahrhundert noch gelesen wurde. Eine höfische Gesellschaft hat sich in Sichtweise ihrer Feudalburgen im Freien versammelt, um zu speisen und anderen Vergnügungen nachzugehen. Im Bachlauf werden Weinflaschen gekühlt, und verschiedene Tiere, darunter das mythische Einhorn, bevölkern Wald und Wiese. Alles strahlt einen idyllischen Frieden aus, satirische Anspielungen wie bei dem Liebesgartenstich des Meisters E. S. scheinen hier zu fehlen (vgl. Inv. Nr. 136-1897). Aber Affe und Bär im Vordergrund, im Spiel neckisch vereint, könnten auf das menschliche Liebeswerben und seine negativen Folgen verweisen, galt doch der Affe traditionell als ein sündiges Tier. Vorbild für den Stecher könnte ein Minne-Teppich gewesen sein, denn der motivische Reichtum und die schichtweise Übereinanderstellung von Figuren und Gegenständen erinnern auffallend an den Bildaufbau zeitgenössischer Tapisserien.Es wurde auch vermutet, daß ein Wandgemälde Jan van Eycks in der Burg der Grafen von Holland zu Den Haag (1422–24) als bildliche Quelle gedient habe.Nach dem Berliner Stich und einem anderen Blatt mit ähnlicher Thematik erhielt der unbekannte Meister seinen Namen. Er dürfte um 1435–45 in den Niederlandentätig gewesen sein, vielleicht im Umkreis des Haager Hofes. Seine wenigen Arbeiten sind mit kräftigen Umrißlinien und Kreuzschraffuren gestochen.Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 169f., Kat. IV.1 (mit weiterer Literatur)