Details (expert)
- Creator/Entity
- Date(s)
- um 1520–1525Abweichende Datierung: 1525Abweichende Datierung: 1525 - 1530
- Systematics/Type
- Material / Technique
- Feder in Braunschwarz, grau laviert über Spuren einer Zeichnung mit schwarzem Stift auf handgeschöpftem Papier (vergé), Einfassungslinie von späterer Hand mit Feder in Braun
- Dimensions
- Blattmaß: 11,9 x 30,9 cmAndere: Kettlinienintervalle: [.]-30-28-26-[.] mmAndere: Rippliniendichte: 11/10 mm
- Acquisition
- 1902 mit der Sammlung Adolf von Beckerath, Berlin, erworben
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1040219
Object Description
In einem schmalen Querformat sind vierzehn Heilige
versammelt, die als eine Gruppe der sogenannten Nothelfer seit dem Mittelalter
verehrt werden. Im Zentrum steht der Heilige Christophorus. In der linken
Bildhälfte sind sechs männliche Heilige, in der rechten die anderen sechs, dazu
gehörend auch die drei Frauen Barbara, Margareta und Katharina, letztere ganz
rechts außen, vorgestellt. Für Heiligendarstellungen nicht unüblich wurden die
Figuren vom Zeichner in die eigene Zeit übersetzt und zeitgenössisch gewandet.
Diese querformatige Komposition wurde von Cranach d. Ä. zwei Mal als Gemälde
ausgeführt. Die größten Ähnlichkeiten zum Berliner Blatt weist das Bild in der
Royal Collection in London auf (Inv. Nr. 403488). Koepplin folgerte daraus,
dass die Zeichnung eine Visierung für dieses Gemäldes sei (AK Basel 1976, Nr.
423).
Seit der erstmaligen Katalogisierung der Cranach-Zeichnungen
wird die Autorschaft des Blattes diskutiert. Während Bock ihr «nicht
hervorragende Qualität» attestierte (Bock 1921, S. 19), schrieb sie Steigerwald
dem Älteren zu (AK Berlin 1973, Nr. 41). Die Zuschreibungsfrage (vgl. insbesondere
auch AK Berlin 2002/03, Nr. 39 oder Hofbauer 2010, Nr. 31) ist vermutlich
darauf zurückzuführen, dass bis 1973 angenommen wurde, die Zeichnung stünde mit
der Torgauer Nothelfer-Tafel (Stadtkirche St. Marien) in Verbindung. Nachdem im
Berliner Katalog dieser Zusammenhang als „nur allgemeiner Art“ aufgelöst wurde
(AK Berlin 1973, Nr. 41), erkannte erstmals Koepplin die Verwandtschaft zum
Gemälde in der Royal Collection und schrieb Gemälde als auch Zeichnung
derselben Gesellenhand zu. Obgleich der Zusammenhang von Zeichnung und Gemälde der
Royal Collection akzeptiert ist, wird Koepplins Zuschreibung aufgrund von
Unterschieden bei Figuren und Proportionsverschiebungen nicht einhellig geteilt
(AK Berlin 2002/03, Nr. 39).
Die bislang immer noch unsichere Zuschreibung erklärt auch,
weshalb die Zeichnung in der Forschung unterschiedlich datiert wurde. Die
Berliner Ausstellungskataloge von 1973 und 2002 sehen eine stilistische wie
auch zeitliche Nähe zu der David und Bathseba-Zeichnung (KdZ 12391), datieren diese
– leicht abweichend voneinander – in die 1520er Jahre (AK Berlin 1973, Nr. 41 bzw.
AK Berlin 2002/03, Nr. 39). Koepplin leitete aus der Datierung der englischen
Nothelfer-Tafel (Friedländer-Rosenberg 1932: zur Stilstufe um 1525 zugehörend,
vgl. Nr. (143); der Slg.-Kat. Hampton Court 1929 schlägt ebenfalls eine
Datierung um 1520 vor, vgl. S. 30, Nr. 600) eine Entstehung der Zeichnung um
1525 ab (AK Basel 1976, Nr. 423). Heute wird das Gemälde mit den vierzehn
Nothelfern um 1520–25 datiert; ausgehend davon, dass die Zeichnung eine
Visierung nach dem Gemälde ist, dürfte sie im gleichen Zeitraum wie die Tafel entstanden
sein.
Last updated: 02.10.2026
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Institution:
Kupferstichkabinett
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