Logo

Selbstbildnis mit Tod

Ident. Nr.: KdZ 26477

ObjID: obj:1043988

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Johann Elias Ridinger (1698 - 1767),
Zeichner*in
Date(s)
Herstellung: 1767
Systematics/Type
Dimensions
Höhe x Breite: 27,1 x 17,8 cm

Object Description

Im Vorgefühl seines nahen Endes bewegte den beliebten Tiermaler Elias Ridinger die Frage nach dem Sinn des Lebens. Er bekennt sich zu seiner Arbeit - erst der Tod selbst wird dem unermüdlich Tätigen den Pinsel aus der Hand nehmen - aber was wird bleiben von seinem Lebenswerk? Alles menschliche Handeln ist vergeblich, eitel und ohne Bestand. Der Ruhm ist flüchtig wie das Leben. Der Tod trägt den Lorbeer davon, nicht der Künstler.
Im Gegensatz zum menschlichen hat das göttliche Handeln Bestand und mit ihm alles, was der Mensch in Erfüllung von Gottes Willen tut. Um keinen Zweifel aufkommen zu lassen an seiner Überzeugung, dokumentierte er sie mit Worten des Predigers Salomo. In unserer Zeit formulierte es Gerhard Fritzsche so: "Alles ist eitel, Du aber bleibst und wen Du ins Buch des Lebens schreibst." Ridinger war nicht der erste Künstler, der sich mit der Vergänglichkeit alles Irdischen befaßte und mit dem Tod als der Sünde Sold, aber er dürfte der erste gewesen sein, der sich selbst in seinem Atelier mit ihm zusammen darstellte. Die Gestalt des Todes als Knochenmann übernahm er von den mittelalterlichen Totentänzen. Bläulich weiß dringt das Licht durch das Fenster und nimmt dem Zimmer die Vertrautheit.

Text: Renate Kroll in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 148f., Kat. III.81 (mit weiterer Literatur)

Last updated: 09.10.2026

Contact

Institution:

Kupferstichkabinett

Additional items from the collections

Zertretene. Arme Familie (Linke Szene der urspr. dreiteiligen Komposition, 2. Zustand)

Zertretene. Arme Familie (Linke Szene der urspr. dreiteiligen Komposition, 2. Zustand)

Fragment einer großformatigen, triptychonartigen Radierplatte aus dem Jahre 1900, von der sich die Künstlerin nachträglich distanzierte und die von ihr deshalb auseinandergeschnitten wurde. Nur der linke Teil mit der realistischen Arbeiterfamilie hatte vor ihren eigenen Augen auch noch in späteren Jahren Bestand, während sie die Hauptdarstellung in der Mitte und die rechte Randszene aufgrund ihrer symbolischen Überfrachtung als "fatal" verwarf. Die unzerschnittene Platte variiert das Themades nicht in den Zyklus aufgenommenen Schlußblattes zu "Ein Weberaufstand":"Aus vielen Wunden blutest du, oh Volk" [#vgl. Ident. Nrn. 658-1912, AM 383-1971]. Während sich der Mittelteil auf beiden Radierungen gleicht, wurden die Seitenfiguren im späteren Werk durch zwei Szenen ersetzt. An Hand der Themen Selbstmord und Prostitution schildern sie die ausweglose Situation des Proletariats. Für die vermutlich durch Arbeitslosigkeit ins Elend gestürzte Familie links bietet sich als Ausweg nur der Strick. Das Triptychon sollte ursprünglich den Titel "Das Leben" tragen und wohl so etwas wie eine allegorische Gesamtschau auf die Lebensbedingungen des Proletariates geben. Der Druck gehört zu den wenigen von [Otto] Felsing gedruckten Exemplaren, die den Ausgaben des Verlags E. A. Seemann, Leipzig, vorausgingen.(Text: Sigrid Achenbach, Käthe Kollwitz (1867-1945). Zeichnungen und seltene Druckgraphik im Berliner Kupferstichkabinett, Ausst.-Kat. Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1995, S. 76, Kat.-Nr. 80)2025 digitalisiert aus Mitteln des Förderprogramms zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes des Landes Berlin.