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Jungbrunnen und Badehaus

Ident. Nr.: 818-10

ObjID: obj:1054799

Details (expert)

Involved
Hans Sebald Beham (1500-1550),
Stecher*in
Dating
Herstellung: um 1536
Material / Technique
Holzschnitt
Dimensions
Höhe x Breite: 37 x 109,5 cm

Object Description

Die Heilung durch Wasser ist eine seit je geübte medizinische Praxis. Der Zweck der Reise ins Kurbad war die Zurückgewinnung von Gesundheit und jugendlicher Kraft. Der Erfolg war jedoch meist enttäuschend, daher der Traum vom Jungbrunnen, der den Menschen wieder schön, jung und liebesfähig macht. Auf unserem Blatt werden links alte Leute zu einem Wasserbecken mit dreischaligem Brunnen getragen, die weggeworfenen Krücken werden verbrannt und umtanzt. Sobald die Alten ins Wasser gelangen, verwandeln sie sich in kräftige Menschen, deren Lebens- und Liebeslust wieder erwacht. In der rechts anschließenden Badehalle tummeln sich Männer und Frauen, kosen, treiben Körperpflege und trinken das Heilwasser, s. das Brünnlein im großen Becken. Im ausgehenden Mittelalter und der Renaissance wurde das gemeinsame Baden der Geschlechter immer wieder verboten, das Verbot jedoch ebenso oft übertreten. Im Hintergrund der Halle sehen wir viele Menschen bei zwangloser Beschäftigung: sie ruhen, treiben Zärtlichkeit, werden rasiert, oder spielen Tric-Trac. In einigen der Aktfiguren sind Vorbilder eines Raffael-Stiches verwendet.

Text: Hans Mielke in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 122, Kat. III.44 (mit weiterer Literatur)

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kupferstichkabinett

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