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Christus in der Rast

Ident. Nr.: KdZ 14729

ObjID: obj:1057848

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Hans Holbein (der Jüngere) (1497/98 - 1543),
Zeichner*in
Date(s)
Herstellung: 1519
Additional titles
Collection title: Christus in der Rast
Christus auf dem Kreuz sitzend mit Dornenkrone
Dimensions
Höhe x Breite: 16 x 20,9 cm

Object Description

Die Ikonographie der eigenartigen Darstellung ist eine Verbindung aus dem sogenannten Christus in der Rast, in dem die Verlassenheit nach der Flucht der Apostel und nach der Geißelung thematisiert ist, und der Vorbereitung zur Kreuzigung, wo Christus, bereits entkleidet, auf dem Kreuz sitzt, während Nagellöcher ins Holz gebohrt werden und die Grube für den Kreuzstamm ausgehoben wird. Die letztgenannte Ikonographie begegnet mehrfach in Zeichnungen der Werkstatt des älteren Holbein. Unser Blatt verwendet das sprechende Motiv des Sitzens auf dem Kreuz, zeigt Christus aber verlassen; die Nachbarschaft zu dem besonders im deutschen Spätmittelalter so geläufigen Thema des Schmerzensmannes wird so noch näher als bei den genannten Themen. Die Isolierung der einzelnen Figur erlaubt es Holbein, sie in eine konzentrierte Komposition einzufügen, bei der nicht nur der direkte Ausdruck von Gesicht und Körper spricht, sondern auch Elemente wie das Einzwängen der Figur zwischen oberem und unterem Bildrand und der dunkle Schatten neben ihr. Eine bemerkenswerte Wirkung von abstrakter Qualität geht von der riesenhaften Jahreszahl in Deckweiß aus, die kompositorisch nicht fehlen dürfte.
Der jüngere Holbein, der 1515 nach Basel zog, kam dort über Urs Graf mit der von Baldung und Niklaus Manuel geübten Technik der Clair-Obscure-Zeichnung in Berührung. Zusammen mit der ebenfalls 1519 datierten Madonna in Leipzig zeigt unser Blatt, wie Holbein gleichzeitig und in der gleichen Technik unterschiedliche Stile anzuwenden vermag.

Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 134f., Kat. III.62 (mit weiterer Literatur)

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kupferstichkabinett

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Das Kolosseum in Rom, von der Seite des Palatin gesehen

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Jan Gossaert, seinerzeit berühmt und hoch geschätzt, war bei verschiedenen Fürsten als Hofmaler tätig und gilt als der Begründer des neuen romanistischen Stils in den Niederlanden. 1508-09 reiste er in Begleitung Philipps von Burgund, eines humanistisch gelehrten Fürsten, nach Rom, wo er im Auftrag seines Mäzens nach antiken Monumenten zeichnete. Zu einem nicht erhaltenen römischen Skizzenbuch dürfte die Berliner Ansicht des Kolosseums gehört haben. Das sogenannte Kolosseum, ein um 80 n. Chr. errichtetes Amphitheater – bis zum heutigen Tag ein Wahrzeichen Roms −, ist von Westen her gesehen. Der Zeichner stand dicht am Bauwerk, sodass er nur wenige Achsen wiedergab. Der Baubefund, wie er sich in jenen Jahren darstellte, ist mit der feinen, spitzen Feder minuziös erfasst: die einzelnen Mauerringe und ihre Abbrüche, die Säulenordnungen und die aus dem Mauerwerk hervorwachsenden Bäume. Gossaert war wie alle nordischen Künstler vor und nach ihm von dem ruinösen Zustand des antiken Monumentes, das die Zeit überdauert hatte, fasziniert. Doch er sah das Bauwerk mit den am spätgotischen Stil geschulten Augen des Nordländers: Es gelang ihm nicht so recht, seine wahre Monumentalität zu erfassen. Text: Holm Bevers, in: Wir suchen das Weite. Reisebilder von Albrecht Dürer bis Olafur Eliasson im Kupferstichkabinett, hg. von Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Ina Dinter, Berlin 2016, S. 72Jan Gossaert, famous and highly valued already during his lifetime, worked as a court painter for several princes and was considered the founder of the new Roman-influenced style of painting in the Netherlands. In 1508 and 1509, he traveled to Rome in the entourage with the humanistically trained Philip of Burgundy to Rome. There he was commissioned by his patron to draw the ancient monuments. The Berlin view of the Colloseum is most likely from this no longer extant Roman sketchbook. The so-called Colosseum, an amphitheater built in 80 AD that remains a trademark of the city today, is depicted from the West. The draftsman is close to the structure, so that he only presents a few of the axes. The state of the structure in the years of its depiction is captured with the fine, sharp pen meticulously: the individual rings of the wall and the ruined arches, the lines of columns and the trees emerging from the brickwork. Gossaert, like all Northern artists, was interested especially in the ruinous state of the Ancient objects that had lasted through the ages. But he also saw the structure with the eyes of a northerner, schooled in the late Gothic style. He was not quite able to do justice to its true monumentality. Text: Holm Bevers, in: We’re off then. Travel Pictures from Albrecht Dürer to Olafur Eliasson in the Kupferstichkabinett, published by Hein-Th. Schulze Altcappenberg and Ina Dinter, Berlin 2016, p. 72