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Ident. Nr.: IV Ca 45619

ObjID: obj:107383

Details (expert)

Involved
Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939),
Sammler*in
Dating
Policromo Tardío (1350 - 1550)
Geographical references
Managua,
Stadt
Material / Technique
Ton
Dimensions
Objektmaß: 11,8 x 20 x 18,6 cm
Öffnung: 11 cm
Wandstärke: 1,3 cm

Object Description

Dreibeinige Schale mit leicht auskragendem Rand und flachem Boden. In den schräg nach außen gestellten Beinen befinden sich Rasselkugeln. Das Objekt wurde beidseitig geglättet, geschlämmt, grundiert und bemalt. Grundierung und Bemalung sind partiell erodiert. An der Wand befindet sich eine große Fehlstelle. Ein Bein ist fragmentiert.

Die dickwandige Keramik besitzt eine rötliche Grundfarbe, die schwarz-braun und dunkelrot bemalt ist. Auf der Außenseite der Gefäßwand befindet sich ein hochständiger Fries, der zwei gegenständige, avimorphe Wesen zeigt. Kopf und Flügel erscheinen im Seitenprofil und wurden in verschiedenen Bildfeldern dargestellt. Die abgebildeten Gestalten sind durch zwei rechteckige Panele voneinander getrennt. Sie zeigen ein vertikales Linienpaar, das ineinander verschlungen ist (Guilloche-Motiv). Das Bildfeld wiederhohlt sich auf den Gefäßbeinen. Unterhalb des Frieses verläuft ein tiefständiges Ornamentband, das zwei horizontale Bänder zeigt, die ebenfalls ineinander verschlungen sind. Die Innenseite der Gefäßwand repetiert die Friese der Außenseite in umgekehrter Position. Der Boden wird durch ein avimorphes Wesen verziert, das seine Flügel ausbreitet. Es erscheint in Frontalperspektive und wendet seinen Kopf zur Seite. Soziale Bedeutung: ähnliche Gefäße (malcajetes) derselben Gruppe besitzen ein bodenständiges Kreuzgitter. Es wurde in den Boden geschnitten und diente zum Zerreiben von Pfefferschoten (Lothrop 1926: 214). Symbolische Bedeutung: das Guilloche-Motiv wird häufig (Ferrero 1975: 405) als zwei Schlangenleiber interpretiert, die ineinander verschlungen sind. Es kann aber auch Textil oder Flechtwerk anzeigen. Lehmann (1913) verbindet das Objekt mit seinem "Chorotega-Stil". Er interpretiert die zoomorphe Verzierung des Gefäßbodens als "tanzende Affenfigur". Nach Lothrop 1926: Managua ware.

Kulturelle Bedeutung: die Objekte der Gruppe Managua Policromo besitzen häufig mesoamerikanische Verzierungen, die Haberland (1975) aufgrund ihrer groben Ausführung mit den Nicarao verbindet. Gefäßformen, Verzierungen und Farbkombinationen sind mit dem Typ Nimbalari Tricromo (1350-1520d.C.) verwandt, den Lowe (1959, Figs. 11, 12) und Navarrete (1966: 53-56, Figs. 32-39) für das Zentrale Tiefland von Chiapas (México) beschreiben.
(Künne 2004)

Last updated: 17.03.2026

Contact

Institution:

Ethnologisches Museum

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