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Ident. Nr.: IV Ca 45895

ObjID: obj:107646

Details (expert)

Creator/Entity
Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939),
Sammler*in
Date(s)
Policromo Medio (800 - 1350)
Geographical references
Guanacaste,
Provinz
Bolsón,
Fluss
Material / Technique
Ton
Dimensions
Objektmaß: 9 x 6,3 x 6,8 cm

Object Description

Kleine, bimorphe Skulptur in Form einer sitzenden Raubkatze. Die hohle Figur stemmt beide Arme in die Hüften und streckt ihre Beine aus. Am Hinterkopf und am Gesäß befinden sich kleine Öffnungen. Im Nacken wurde eine bandförmige Öse aufgesetzt, die zur Aufhängung diente. Bei der Herstellung des Objekts wurden wahrscheinlich Model benutzt. Die Keramik ist geglättet, geschlämmt, grundiert, bemalt und hoch poliert. Grundierung und Bemalung sind partiell erodiert. Ein Bein ist fragmentiert.

Die Skulptur besitzt eine braune Grundfarbe, die schwarz-braun und rot bemalt wurde. Am Kopf, an den Oberarmen, an der Brust und an den Beinen befinden sich Bildfelder, die Punkte, Kreise und S-Elemente zeigen. Sie scheinen die Fellzeichnung einer Raubkatze widerzugeben. Das Maul, der Unterleib, die Unterarme und die Unterschenkel der Gestalt sind rot bemalt. An der Nase befinden sich zwei tiefe Stichpunkte. Der Rücken der Skulptur blieb unverziert. Obwohl der Kopf der Gestalt eine zoomorphe Form besitzt, weisen Körperhaltung und Gestus auf ein anthropomorphes Wesen hin. Nach Lothrop 1926: highland polychrome ware.

Kulturelle Bedeutung: die Keramik der Mora-Gruppe wurde im Nordwesten von Costa Rica hergestellt und nach dem Zentralen Hochland und der Atlantikregion des Landes gehandelt. Sie verwendet gestalterische Elemente (sitzende anthropomorphe Figuren mit Kopfschmuck, Matten-Motiv, Kan-Kreuz), die auch aus der Maya-Keramik (Copador-Gruppe) des Clásico Tardío (900-600d.C.) bekannt sind. Die anthropomorphen Figuren der Variante Guabal zeigen im Vergleich zu den anthropomorphen Skulpturen der zoniert zweifarbigen Keramik (Rosales Esgrafiado) und des Policromo Antiguo (Gruppe Galo Policromo) einen größeren darstellerischen Schematismus.
(Künne 2004)

Last updated: 29.07.2026

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Institution:

Ethnologisches Museum

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.