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Ident. Nr.: IV Ca 46880

ObjID: obj:108608

Details (expert)

Creator/Entity
Zuordnung unsicher: Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939),
Sammler*in
Date(s)
1 - 500
Geographical references
Material / Technique
Stein
Dimensions
Objektmaß: 8,2 x 17,6 x 31,2 cm

Object Description

Fragment eines rechteckigen Bodensteins, der zwei gegenständige Beinansätze besitzt. Das große Bruchstück gehörte wahrscheinlich zu einem vierbeinigen Reibtisch, der eine gewölbte Arbeitsplatte hatte. Seine Oberfläche wird durch ein reliefiertes Ornamentband verziert, das entlang der erhaltenen Schmalseite verläuft. Es besteht aus drei quadratischen Sektoren, die eine rechtwinklige Swastika, ein zweischlaufiges Guilloche-Element und eine mattenähnliche Struktur abbilden. Die Unterseite des Bodensteins blieb unverziert. Die Beinansätze zeigen dagegen ein graviertes, geometrisches Dekor. Das Fragment weist keine Gebrauchsspuren auf.

Nahezu identische Guilloche-Elemente treten in der Keramik der Gruppe Galo Policromo (800-500d.C.) auf. Soziale Bedeutung: Snarskis (1981: 180, Figs. 15, 17) vermutet, daß die hohen Zeremonialmetates der Region Gran Nicoya zur Vorbereitung bodenbäuerlicher Kulte dienten, die mit der Wiederverteilung von Nahrungsmitteln verbunden waren. Die randlosen Objekte wurden wahrscheinlich zur rituellen Zubereitung von Wurzelknollen (Yuca, Nance) und Körnerpflanzen (Mais) verwendet, die spätestens seit der Periode IV (500d.C.-1000a.C.) bei vielen indigenen Gruppen des südlichen Zentralamerika ein große Rolle für die Ernährung spielten. Die großen Reibtische der Region Gran Nicoya dienten außerdem als Sitze. Hartman (1907: 20, Fig. 13) bildet eine ähnliche Keramik ab, auf der sich eine anthropomorphe Figur befindet, die ein Kind im Arm hält. Symbolische Bedeutung: die Artefakte können als unverzierte Haushalts- und als dekorierte Zeremonialobjekte auftreten. Die flachen, schmucklosen Gebrauchsgegenstände des Zentralen Hochlands hatten oft nur eine geringe Größe. Die reich verzierten Ritualmetates der Region Gran Chiriquí konnten dagegen über zwei Meter lang sein. Hartman (1907: 39, Pl. 47) schätzt, daß allein im Gräberfeld von Las Huacas (Region Gran Nicoya) über 2000 Zeremonialmetates niedergelegt wurden.
(Künne 2005)

Weitere Informationen zur kulturellen Bedeutungg konnten wegen technischer Probleme von Museum Plus nicht in die lange Beschreibung integriert werden.

Last updated: 29.07.2026

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Institution:

Ethnologisches Museum

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.