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Tarquinius und Lucretia

Ident. Nr.: 5032

ObjID: obj:1125250

Details (expert)

Creator/Entity
Herstellung: Pietro Tacca (1577.09.06),
Bildhauer*in
Date(s)
letztes Viertel 17. Jahrhundert
Systematics/Type
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Italien,
Land/Region
Material / Technique
Bronze
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 40 x 30,5 x 23,5 cm

Object Description

Die Gruppe zeigt den Augenblick, in dem Sextus Tarquinius die römische Adlige Lucretia mit dem Dolch bedroht und vergewaltigt. Nach Livius gab Lucretia dem Zwang erst nach, als Tarquinius drohte, sie zu töten und ihren Leichnam neben den eines Sklaven zu legen, um sie des Ehebruchs zu bezichtigen. Anschließend berichtete sie ihrem Vater und ihrem Ehemann von der Tat und nahm sich das Leben. Der dadurch ausgelöste Aufstand führte der Überlieferung zufolge zur Vertreibung der Tarquinier und zur Gründung der römischen Republik.

Tarquinius drängt Lucretia mit dem Knie nieder, während sie den Oberkörper von ihm fortdreht und sich gegen seinen Zugriff stemmt. Die eng verschränkten Figuren bilden eine spiralförmig bewegte, von mehreren Seiten zu betrachtende Gruppe. Darin steht die Komposition in der Tradition Giambolognas, dessen Werkstatt Pietro Tacca seit 1592 angehörte und die er nach dem Tod des Meisters als großherzoglicher Hofbildhauer weiterführte. Die virtuose Verbindung zweier Körper macht die Bronze zu einem eindrucksvollen Beispiel florentinischer Kleinplastik, zugleich aber auch zu einem problematischen Bild: Ein Sexualverbrechen wird in ein kostbares, für die intime Betrachtung bestimmtes Sammlungsobjekt verwandelt.

Das Modell wird heute meist Pietro Tacca zugeschrieben, ist jedoch nicht dokumentarisch gesichert. Die erhaltenen Güsse entstanden offenbar über einen längeren Zeitraum in seinem Werkstattumfeld. Ein Exemplar trägt die Initialen des Bronzegießers Damiano Capelli, der Modelle der Tacca-Werkstatt noch im späteren 17. Jahrhundert vervielfältigte. Vom kleineren, auch durch die Berliner Bronze vertretenen Typus sind gegenwärtig fünf Fassungen bekannt. Davon zu unterscheiden ist eine größere, verwandte Kompositionsgruppe, die auf ein Modell Hubert Gerhards zurückgeführt wird.

(Alexander Röstel, August 2026)

Last updated: 04.08.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.