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Christus-Maria-Monogramm

Ident. Nr.: M 102

ObjID: obj:1359828

Credit: Eigentum des Kaiser Friedrich Museumsvereins

Details (expert)

Date(s)
frühes 16. Jahrhundert
Datierung engl.: early 16th century
Abweichende Datierung: frühes 16. Jh.
Systematics/Type
Additional titles
Collection title: Christus-Maria-Monogramm
Translation: Monogram of Jesus and Mary
Christus-Maria-Monogramm
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Frankreich,
Land
Material / Technique
Pappelholz
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 29,8 x 24,2 x 1,5 cm
Acquisition
1908

Object Description

Anders als ein Glaubensbekenntnis wie das Bekenntnis von Nicäa, das 39 Artikel in einer festgeschriebenen Reihenfolge verkündet, konzentriert dieses Relief zentrale christliche Lehren in einem komplexen, nicht linearen Rebus. Über die Fläche breitet sich das aus der Kurzform der Namen Jesus (IHS als Referenz auf die griechische Schreibweise) und Maria gebildete Monogramm. Einige Elemente können auf unterschiedliche Weise gelesen werden, wie etwa der vertikale Strich des M, der auch das I bedeutet. Figuren und Objekte aus der Passion Christi füllen die Buchstaben. Der zentrale vertikale Strich trägt den Gekreuzigten, der flankiert wird von der trauernden Maria und Johannes dem Evangelisten auf Golgatha, die in den seitlichen Vertikalen des M Platz finden. Vignetten zeigen Szenen der Passion – auf dem linken Stamm des H sind der Judaskuss über der Geißelung und die Verleugnung des Petrus dargestellt. Verweise auf die Marter Christi, wie etwa der die Zunge herausstreckende Mann im Profil oder die am Haar ziehende Hand, sind auf dem rechten Stamm zu sehen. Direkt unter Christus sind sein Gewand und die Würfel abgebildet, mit denen die Schergen sich seine Kleidung aufteilten. Am Fuße des zentralen Stamms wird eine Anspielung auf die Transsubstantiation gezeigt: Christus erscheint Papst Gregor bei der Messe, um ihn von seiner tatsächlichen Anwesenheit in der Eucharistie zu überzeugen. Die vegetabilen Formen, die vom Buchstaben M wachsen, können als ein Verweis auf den Lebensbaum gesehen werden, der mit dem Kreuz assoziiert wird, das ewiges Leben durch den Opfertod bringt. Die vier Evangelisten in den Ecken illustrieren das Dogma des Logos, des fleischgewordenen Wortes Gottes. Die Verbindung der Buchstaben beider Namen, die doppelte Lesart der zentralen Vertikale sowohl als I als auch als Teil des M und die Platzierung des A von »MARIA« direkt über dem Kruzifix erhöhen alle Maria, die Mutter Jesu und das Bindeglied, durch das die Erlösung möglich wurde. Die Komposition kopiert einen wohl weit verbreiteten französischen Holzschnitt aus der Zeit um 1500. (Julien Chapuis 2017)

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Kindertunika

Kindertunika

Die vollständig erhaltene Kindertunika besteht aus einem einzigen Gewebestück aus ungefärbtem Leinen. Sie wurde, wie die meisten Tuniken aus dem spätantiken bis früh-islamzeitlichen Ägypten, quer gewebt, das heißt, der Weber oder die Weberin begann und endete mit den Ärmeln. Vorder- und Rückenteil mit den typischen parallelen Zierstreifen (clavi) lagen folglich bei der Herstellung horizontal auf dem Webstuhl, der Halsschlitz dagegen senkrecht. Für die Herstellung dieser Kindertunika war eine Webstuhlbreite von mindestens 131 cm erforderlich, was der doppelten Länge der Tunika entspricht. Alle Dekorelemente, die Ärmelstreifen, die beiden clavi sowie die Hals- und Nackenborte, sind direkt in das Grundgewebe eingewirkt worden. Die farbigen Wollfäden sind in den Ärmelstreifen völlig und in den übrigen Wirkereien zum Teil ausgefallen. Auch der Halsschlitz in der Mitte des Gewebes entstand bereits während des Webvorgangs. In diesem Bereich kehrten die Schussfäden beidseitig um, wodurch man einen geraden Spalt erhielt. Die fertig gewebte Tunika hatte die Form eines großen Kreuzes. Nach der Abnahme vom Webstuhl musste sie um 90 Grad gedreht und in der Horizontalachse gefaltet werden. Die Seiten und Ärmel waren ursprünglich bis auf einen Bewegungsschlitz unter den Achseln geschlossen. Heute sind die Nähte gelöst, Spuren von Einstichlöchern und Nähgarnreste sind noch erkennbar. Die Ärmel wurden zum Handgelenk hin etwas schmaler. Dafür schlug man die Längsseiten schräg nach innen ein. Eine kleine Stopfstelle in der Mitte des Vorder- bzw. Rückenteils beweist, dass Kleidung mit großer Sorgfalt behandelt wurde, so dass sie lange getragen werden konnte.Die clavi und Ärmelstreifen sind mit jeweils einer Reihe herzförmiger roter Blätter in heller Umrandung auf grünem Grund verziert. Jede Reihe endet mit länglichen halben Ovalen. In den Zwickeln sind kleine rote Punkte zu erkennen. Die herzförmigen Blätter kehren im doppelten Zierstreifen an der Halsöffnung, diesmal jedoch liegend, wieder. Darunter setzt eine Bogenreihe an. Die Flächen zwischen den Säulen mit verdickten Enden als Basis sind mit roten, dunkelvioletten und gelben gestielten Blättern mit heller Binnenzeichnung gefüllt.Ein wellenförmiges Randmotiv, das gemeinhin als „laufender Hund“ bezeichnet wird, verläuft zu beiden Seiten der clavi und Ärmelstreifen sowie an der oberen Kante der Zierstreifen an der Halsöffnung. Diese Kante ist zusätzlich mit einer geflochtenen, rot-weißen Schnur eingefasst.Veröffentlichung: C. Fluck / K. Finneiser, Kindheit am Nil, Berlin 2009, S. 12-13, Nr. 1(Cäcilia Fluck 2017)