Logo

Gerüst an einem Haus, dahinter Blitzableiter auf einem Dach

Ident. Nr.: SZ Menzel Skb.65, S.87/88

ObjID: obj:1360376

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Adolph Menzel (1815 - 1905),
Zeichner*in
Date(s)
Herstellung: 1889
Systematics/Type
Provenance
Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
bis 1992
Material / Technique
Bleistift auf Papier
Dimensions
Blattmaß: 15,6 x 9,6 cm

Object Description

Nach Menzels Eintragungen umfasst das vorliegende Büchlein den Zeitraum von Juli 1888 bis Januar 1890. Die meisten Zeichnungen stammen von den zwei Sommerreisen 1888 und 1889 nach Sachsen und Bayern.
Dem heutigen Betrachter mögen solche Motive eher lapidar erscheinen - doch stehen ein Blitzableiter sowie Bauarbeiter auf einem Dach mit ihren Fahrgerüsten im Zentrum des technischen wie zeichnerischen Interesses. Unsere Darstellung dürfte mit Seite 138 im Buch zusammengehören, wo diese Hebeeinrichtung aus etwas anderem Blickwinkel durch eine Gruppe Arbeiter in Aktion gebracht ist. Diese wurde mit dem Hinweis auf das Entstehen der Skizze „Salzburg Sept. 1889“ versehen.
Die von Menzel gewählte Ansicht hat das scharfe Gegenlicht verfremdet. Daß er den besonderen Wirkungen von Licht und Schatten nachspürte, ist auch an anderer Stelle im Buch zu entdecken: Man sieht, wie eine Madonnenstatue einmal tags und einmal nachts, als Pendants gezeichnet, gänzlich anders anmutet (S. 103/104).

Text: Andreas Heese, in: Adolph Menzel. Radikal Real. hg. von Bernhard Maaz, München, 2008, S. 91, Kat. 54

Last updated: 06.08.2026

Contact

Institution:

Kupferstichkabinett

Additional items from the collections

Chinesinnen mit Fasanen. Aus dem "Kinderalbum"

Chinesinnen mit Fasanen. Aus dem "Kinderalbum"

Die Chinesinnen ist eine der wenigen exakt datierten Gouache-Malereien aus dem legendären Kinderalbum Adolph Menzels. Der selbst nachfolgelos gebliebene Künstler hatte die über zwei Jahrzehnte hinweg entstandene Sammlung von ursprünglich 44 Blättern den Kindern seiner Schwester zugeeignet. Etliche Studien nach Fasanen und Chinesen in zwei Skizzenbüchern der Jahre 1867/68 sowie die exakte Datierung lassen vermuten, dass Menzel hier Eindrücke eines Besuchs auf der Weltausstellung während seiner zweiten Paris-Reise 1867 im Bilde verdichtet. Die Verschmelzung der beiden, aus Menschen und Tieren bestehenden Motivgruppen zu einer überaus lebendigen und heiteren Handlung kulminiert in den Farbanalogien der Kleider und Gefieder im Umfeld eines chromatisch ansonsten eher reduzierten Bildraums. Der Betrachter reist, voll gebannt von dem Zauber, gleich mehrfach mit den Augen des Künstlers: nach Paris, ins ferne Asien und ins so märchenhafte wie artifizielle Reich seiner Künste. Text: Hein-Th. Schulze Altcappenberg, in: Wir suchen das Weite. Reisebilder von Albrecht Dürer bis Olafur Eliasson im Kupferstichkabinett, hg. von Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Ina Dinter, Berlin 2016, S. 92Chinese Women is one of the few precisely dated gouache paintings from Adolph Menzel’s legendary Kinder-Album. The artist, who was childless, dedicated the collection of originally 44 sheets to the children of his sister. Several studies of pheasants and Chinese subjects in two sketch books from the years 1867/68 and the exact dating lead us to suspect that Menzel was recording impressions of his visit to the world exhibition during his second trip to Paris in 1867. The fusion of the two motifs, consisting of human beings and animals, to a quite lively and cheerful plot culminates in the analogous colors of the clothing and the feathers inside the visual field, otherwise reduced in its use of color. While examining this image, the beholder, spellbound by its magic, travels in several aspects with the eyes of the artist: to Paris, to distant Asia and to the fairy-tale, artificial realm of his arts. Text: Hein-Th. Schulze Altcappenberg, in: We’re off then. Travel Pictures from Albrecht Dürer to Olafur Eliasson in the Kupferstichkabinett, published by Hein-Th. Schulze Altcappenberg and Ina Dinter, Berlin 2016, p. 92