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Bildnis der Juliette Recamier

Ident. Nr.: M 216

ObjID: obj:1360896

Eigentum des Kaiser Friedrich Museumsvereins

Details (expert)

Creator/Entity
Joseph Chinard (1756.02.12),
Kopie nach
Date(s)
um 1800
Geographical references
Material / Technique
Gebrannter Ton
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 55 x 33,5 x 23 cm
Gewicht: 10 kg

Object Description

Die von Joseph Chinard geschaffene Büste der Madame Récamier (1777-1849) gehört zweifellos zu den herausragenden Werken der klassizistischen Porträtkunst. Das leicht geneigte Haupt mit den kunstvoll frisierten Haaren, die von Bändern umschlungen und mit einem berzierten Kamm wie zu einer flammenden Krone hochgesteckt sind, verleiht der jungen Frau eine seltene Anmut. Sie trägt ein dünnes, über die Schulter gelegtes Gewand, das sie mit grazil gekreuzten Händen, wie eine schamhafte Venus vorne zusammenhält, welches aber zugleich ihre linke Schulter und Brust unverhüllt lässt. Dieser in der Renaissance aufblühende Büstentyp mit ganzen Armen lebte in der französischen Kunst um 1800 wieder auf, bot er doch Gelegenheit, die Geste der Hände in die Charkterisierung mit einzubeziehen.
Die dargestellte Jeanne Francoise Julie Adelaide Bernard heiratete im Alter von 15 Jahren den reichen und wesentlich älteren Bankier Jacques Récamier (1751-1793). Sie führte in Paris bald einen bekannten Salon, der rasch zum gesellschaftlichen Treffpunkt der literatischen und politischen Eliten wurde. Mit ihrem unvergleichlichen Charme und ihrem wachen Geist wurde sie bereits zu Lebzeiten zu einer Ikone der Schönheit, die von den bedeutendsten Künstlern der Zeit porträtiert wurde. Chinard hat ihr Bildnis in die Formen antikischer Anmut und in der Geste der Venus Pudica übertragen. Erst diese klassizistische Idealisierung ermöglichte dem Bildhauer, die junge und verheiratete Frau in diesem äußerst sinnlichen Porträt zu verewigen.
Von der Büste existieren mehrere eigenhändige Marmor- und Terrakottafassungen, was die außergewöhnliche Popularität dieses Bildnisses widerspiegelt.

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. An den vier Schildflächen erscheinen leicht alternierende vegetabile Ornamente im flachen Relief. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)