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Der Barberinische Faun

Ident. Nr.: M 290

ObjID: obj:1363213

Eigentum des Kaiser Friedrich Museumsvereins

Details (expert)

Creator/Entity
Giuseppe Pacetti (1782–1839),
Bildhauer*in; Archive
Date(s)
1799
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 86,8 x 63,4 x 50,5 cm
Gewicht: 64,8 kg

Object Description

Zu den berühmtesten und am meisten bewunderten Werken der antiken Skulptur zählt der so genannte Barberinische Faun, der 1813 von Ludwig I. für die damals geplante Glyptothek in München erworben wurde. Bereits im 17. Jahrhundert wurde die nur fragmentarisch erhaltene Skulptur mehrfach restauriert. Die dabei vorgenommenen Ergänzungen blieben allerdings nur bis zum Ende des 18. Jahrhunderts erhalten, denn der Bildhauer Giuseppe Pacetti, der im Auftrag von seinem Vater Vincenzo, ersetzte die alten Ergänzungen durch eigene, die dem ursprünglichen Aussehen der Figur weitaus mehr entsprachen als die des vorigen Jahrhunderts. Die sehr wahrscheinlich in Zusammenhang mit dieser Restaurierung entstandene Tonfigur dokumentiert den Zustand der Ergänzungen durch Pacetti, die beim Marmororiginal in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts wieder entfernt wurden.

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Palmetten- und Blattornament

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. An den vier Schildflächen erscheinen leicht alternierende vegetabile Ornamente im flachen Relief. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)