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Breiter Zierstreifen mit figürlichen und geometrischen Motiven

Ident. Nr.: 9284

ObjID: obj:1371498

Details (expert)

Date(s)
verbale Datierung: 9.-11. Jahrhundert
Systematics/Type
Material / Technique
Dimensions
Länge x Breite: 41,8 x 17 cm
Acquisition
Ausgabe: 1900/1901 von Josef Strzygowski in Kairo bei D. Fouquet erworben und an das Kaiser-Friedrich-Museum weiter vermittelt

Object Description

Der Zierstreifen aus Seide ist auf ein Leinengewebe aufgenäht. Vermutlich handelt es sich um einen Clavus (Längsstreifen), der einst eine Tunika schmückte. Eingefasst durch schmale Streifen mit gereihten Zackenmotiven ist in der breiten Mittelbahn ein aus verschiedenen Komponenten zusammengesetztes Muster zu sehen, das Rätsel aufgibt: Nach den überlieferten Beschreibungen ist es in Blau, Rot, Gelb, Weiß und Grün ausgeführt. Rechts sind drei menschliche Halbfiguren, vermutlich um einen Tisch sitzend zu erkennen, darunter ein nach links laufendes Tier mit volutenartigen Körper. Über der mittleren Figur schwebt eine weitere Figur mit nach links ausgestreckten Händen und nach rechts gestrecktem, nur teilweise erhaltenem Körper. Diese Szene ist links durch einen senkrechten Streifen mit Rautenstab begrenzt. Weiter links schließen sich geometrisch stilisierte, nicht identifizierbare Tiere an, eines davon schlangenähnlich. Links außen ist ein mit einer gegürteten Tunika bekleideter Mann in Frontalansicht mit erhobenen Armen dargestellt, rechts von ihm ein am Boden liegendes großköpfiges Tier, möglicherweise Löwen. Darüber sind kleine, bizarr verformte menschliche Gestalten wiedergegeben. Die Szenen scheinen in einem narrativen Kontext zu stehen, doch erschließt sich ihre Bedeutung aufgrund der stark stilisierten Wiedergabe der einzelnen Motive nicht. Oskar Wulff und Wolfgang Fritz Volbach zogen den Besuch der drei Engel bei Abraham nach dem Buch Genesis 18,15 und Daniel in der Löwengrube nach dem Buch Daniel aus dem Alten Testament in Erwägung.

Zugehörige Stücke befinden sich im Röhsska-Museum in Göteborg, in der Eremitage in Petersburg, im Musée de l'Homme in Paris und im Musée des Tissus in Lyon. 
Der Zierstreifen wird seit dem 2. Weltkrieg vermisst.

Last updated: 18.03.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

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Das Relief ist aus Basalt, einem sehr harten vulkanischen Gestein. Weil es so schwer zu bearbeiten ist, ist das Relief nur ganz flach ausgeführt.Die Darstellung ist in einem modern anmutenden, fast Comic-artigen Stil gehalten. Rechts steht eine Säule auf einem Stufensockel. Auf der Säule erscheint ein bärtiger Mann, von dem nur der Oberkörper sichtbar ist. Der Unterkörper wird von einer Brüstung verdeckt, deren Oberkante durch eine dünne Linie angedeutet wird. Ein fliegender Vogel hält einen kleinen Kranz über ihn. An die Säule ist eine Leiter gelehnt, die ein zweiter Mann hinaufgestiegen ist. In seiner rechten Hand hält er ein Weihrauchgefäß. Es hat die Form eines Kelches und ist an einer Kette aufgehängt. Beide Männer tragen jeweils ein typisches Mönchsgewand. Es hat die Form eines langen, gegürteten Hemdes. Über den Kopf ist eine Kapuze gelegt, die mit einem Kreuz geschmückt ist.Der Mann auf der Säule stellt einen christlichen Heiligen, den syrischen Asketen Symeon d. Ä. (um 390-459) dar. Die historisch bezeugte Gestalt lebte zuerst als Mönch in einem Kloster im nordsyrischen Kalksteinmassiv nordöstlich von Aleppo. Als junger Mann zog sich Symeon auf einen Felsen zurück und widmete sich der Verehrung Gottes. Später wurde dort eine Säule errichtet, auf der er lebte, die Säule wurde mehrmals erhöht. Zuletzt war sie 17 bis 20 Meter hoch. 42 Jahre soll Symeon ununterbrochen auf dieser Säule zugebracht haben. Weil Symeon als heilig und weise galt, kamen bald große Mengen von Pilgern herbei, zu denen Symeon mehrmals täglich predigte und ihnen Ratschläge gab. Auch nach seinem Tod reisten zahlreiche Pilger zu der Säule, um dort zu dem Heiligen zu beten. Sie nahmen von dem Pilgerort Andenken mit, an deren heilkräftige Wirkung sie glaubten. Um den Standort der Säule herum wurde das große Pilgerheiligtum Qal’at Sim’an mit einer christlichen Kirche, einem Baptisterium und Pilgerwohnungen errichtet, um den Pilgern Platz und einen Raum für Gottesdienste zu bieten. Weihrauch wurde bei christlichen Gottesdiensten verwendet. Der Mönch auf der Leiter mit dem Weihrauchgefäß könnte auf Gottesdienste im Symeons-Heiligtum hinweisen.Symeon war nicht der einzige christliche Mönch, der ein Leben auf einer Säule führte, aber einer der frühesten und der berühmteste. Diese Mönche werden Säulensteher oder Styliten genannt, nach dem griechischen Wort „stylos“ für Säule. Sie stellten sich auf Säulen, um sich von dem als sündig angesehenen Alltagsleben zu entfernen und sich ganz Gott zu widmen.Das Relief war möglicherweise an der Fassade einer frühchristlichen Kirche im syrischen Kalksteingebiet eingelassen. Solche Reliefs sind von anderen Kirchen in dieser Gegend bekannt. Zeitlich und stilistisch vergleichbare Darstellungen befinden sich im Museum von Damaskus und im Louvre zu Paris.GM