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Hostienbehälter

Ident. Nr.: 4/75

ObjID: obj:1374033

Details (expert)

Date(s)
Datierung: 1818
Geographical references
Material / Technique
Silber, teilweise vergoldet, und Email
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 60,5 x 16 x 11,5 cm (gesamtes Objekt)
Höhe x Breite x Tiefe: 33,5 x 13,5 x 8 cm (oberes Teil)
Höhe x Breite x Tiefe: 28 x 16 x 11,5 cm (unteres Teil)
Acquisition
1975 aus dem Kunsthandel erworben

Object Description

Das reich verzierte Gerät hat die Form einer Architektur. Das Zentrum bildet ein Baldachin mit Giebeln und Kuppel. Er überfängt einen Sarg, nämlich das Grab Christi, dem zwei Engel mit sogenannten Rhipidia Luft zufächeln. Auf dem Sockel und auf der Kuppelbekrönung in Form einer achtzackigen Aureole zeigen Emailbilder das letzte Abendmahl und den auferstandenen Christus. Zur Aufbewahrung der Hostien diente eine Schublade im Sockel des Geräts, die von hinten aufzuziehen ist. Der Sarg Christi als vorübergehender Ort seines sterblichen Körpers nimmt unmittelbar Bezug auf die Hostie als symbolischen Körper Christ in der Schublade unmittelbar darunter.
Das Objekt wird durch einen Moskauer Silberstempel in das Jahr 1818 datiert. Ein Meisterzeichen aus zwei Buchstaben ist leider nicht näher zu identifizieren. Aufbau, Emailbilder und Verzierungen folgen barocken Vorbildern und haben, sieht man von der Ikonographie der Rhipidia schwenkenden Engel ab, nichts Byzantinisches mehr.

Last updated: 06.02.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

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Das Relief ist aus Basalt, einem sehr harten vulkanischen Gestein. Weil es so schwer zu bearbeiten ist, ist das Relief nur ganz flach ausgeführt.Die Darstellung ist in einem modern anmutenden, fast Comic-artigen Stil gehalten. Rechts steht eine Säule auf einem Stufensockel. Auf der Säule erscheint ein bärtiger Mann, von dem nur der Oberkörper sichtbar ist. Der Unterkörper wird von einer Brüstung verdeckt, deren Oberkante durch eine dünne Linie angedeutet wird. Ein fliegender Vogel hält einen kleinen Kranz über ihn. An die Säule ist eine Leiter gelehnt, die ein zweiter Mann hinaufgestiegen ist. In seiner rechten Hand hält er ein Weihrauchgefäß. Es hat die Form eines Kelches und ist an einer Kette aufgehängt. Beide Männer tragen jeweils ein typisches Mönchsgewand. Es hat die Form eines langen, gegürteten Hemdes. Über den Kopf ist eine Kapuze gelegt, die mit einem Kreuz geschmückt ist.Der Mann auf der Säule stellt einen christlichen Heiligen, den syrischen Asketen Symeon d. Ä. (um 390-459) dar. Die historisch bezeugte Gestalt lebte zuerst als Mönch in einem Kloster im nordsyrischen Kalksteinmassiv nordöstlich von Aleppo. Als junger Mann zog sich Symeon auf einen Felsen zurück und widmete sich der Verehrung Gottes. Später wurde dort eine Säule errichtet, auf der er lebte, die Säule wurde mehrmals erhöht. Zuletzt war sie 17 bis 20 Meter hoch. 42 Jahre soll Symeon ununterbrochen auf dieser Säule zugebracht haben. Weil Symeon als heilig und weise galt, kamen bald große Mengen von Pilgern herbei, zu denen Symeon mehrmals täglich predigte und ihnen Ratschläge gab. Auch nach seinem Tod reisten zahlreiche Pilger zu der Säule, um dort zu dem Heiligen zu beten. Sie nahmen von dem Pilgerort Andenken mit, an deren heilkräftige Wirkung sie glaubten. Um den Standort der Säule herum wurde das große Pilgerheiligtum Qal’at Sim’an mit einer christlichen Kirche, einem Baptisterium und Pilgerwohnungen errichtet, um den Pilgern Platz und einen Raum für Gottesdienste zu bieten. Weihrauch wurde bei christlichen Gottesdiensten verwendet. Der Mönch auf der Leiter mit dem Weihrauchgefäß könnte auf Gottesdienste im Symeons-Heiligtum hinweisen.Symeon war nicht der einzige christliche Mönch, der ein Leben auf einer Säule führte, aber einer der frühesten und der berühmteste. Diese Mönche werden Säulensteher oder Styliten genannt, nach dem griechischen Wort „stylos“ für Säule. Sie stellten sich auf Säulen, um sich von dem als sündig angesehenen Alltagsleben zu entfernen und sich ganz Gott zu widmen.Das Relief war möglicherweise an der Fassade einer frühchristlichen Kirche im syrischen Kalksteingebiet eingelassen. Solche Reliefs sind von anderen Kirchen in dieser Gegend bekannt. Zeitlich und stilistisch vergleichbare Darstellungen befinden sich im Museum von Damaskus und im Louvre zu Paris.GM