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Öllampe mit menschlicher Figur zwischen Pflanzen

Ident. Nr.: 9455

ObjID: obj:1374798

Details (expert)

Dating
verbale Datierung: 5./6. Jahrhundert
Geographical references
Material / Technique
Dimensions
Länge x Breite x Höhe: 10,3 x 7,9 x 2,9 cm

Object Description

Die Tonlampe brachte der Berliner Koptologe Carl Schmidt von seinen Studienreisen nach Ägypten mit. Schmidt hatte schon seit vielen Jahren für verschiedene Sammlungen der Staatlichen Museen bedeutende Objekte aus dem ägyptischen Antikenhandel erworben, die kleinen Objekte erhielt er oft als „Bakschisch“ (Zugabe).
Das Bildmotiv auf dem Lampenspiegel ist ungewöhnlich: Skizzenhaft ist ein nackter Mann in Frontalansicht zwischen Palmwedeln wiedergegeben, der linke Wedel ist gekrümmt, der rechte gerade. In seiner Linken hält der Mann eine lange Lanze. Sehr ähnliche Darstellungen sind von einigen Lampen aus Abu Mina bekannt. Doch richtet die Gestalt dort die mit einem Kreuz bekrönte Lanze gegen ein aufrecht gestelltes Tier neben ihr, bei dem es sich höchstwahrscheinlich um ein Krokodil handelt (wie zum Beispiel bei Inv. 4986 des Museums für Byzantinische Kunst, Berlin). Dessen Form und stilisiert wiedergegebener Schuppenpanzer ähnelt den auf vielen Lampen abgebildeten Palmen oder Palmwedeln. Es ist daher nicht auszuschließen, dass mit einem der Wedel tatsächlich ein Krokodil gemeint war. Die Szene auf den Lampen aus Abu Mina könnte sich auf eine der Wundergeschichten vom Heiligen Menas beziehen. Nach einer äthiopischen Legende wird nämlich überliefert, wie ein Soldat von einem Krokodil verschlungen und durch den Heiligen Menas wieder zu neuem Leben erweckt wird. Überraschenderweise ist diese Darstellung nur auf Lampen, aber nicht auf den zahlreichen Pilgerampullen bezeugt. Ohne eine konkrete Legende zu benennen spricht auch A. Erman bei einer ähnlichen Darstellung auf einer Lampe im Besitz des Berliner Ägyptischen Museums, angeblich aus dem Faijum, von der Bezwingung eines Krokodils durch einen Heiligen. In Ägypten war von der Spätzeit bis zur römischen Epoche (747 v. Chr. - 395 n. Chr.) das Bild des Gottes Horus auf den Krokodilen weit verbreitet. Auf Stelen – sogenannten Horus-cippi – unterschiedlichen Formats abgebildet, sollte es vor Gefahren (z. B. bedrohlichen Tieren) schützen, aber auch heilend wirken. Es scheint, dass mit den Darstellungen auf den frühchristlichen Lampen dieses bekannte Motiv wiederaufgegriffen, neu interpretiert und der christlichen Glaubensrichtung angepasst wurde. Als Pilgerandenken hatten Lampen mit solchen Bildmotiven eine ähnlich heilbringende Funktion.

Cäcilia Fluck (2017)

Last updated: 23.06.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Junge Frau

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Die grazile Frauengestalt, in Mieder und einem bodenlangen, die Füße vollständig bedeckenden Kleid gehüllt, ist in einer ausgewogenen Torsion dargestellt. Dem leicht einwärts gekehrten Spielbein, das sich unter dem vom Wind erfassten Stoff deutlich abzeichnet, antwortet der nach links gewendete Oberkörper, während der Kopf sich wiederum über die rechte vorgeschobene Schulter neigt. Die schwungvolle Körperbewegung wird durch die gleichmäßigen, von allen Seiten fein ausgearbeiteten Gewandfalten effektvoll nachgezeichnet. Von gleicher handwerklicher Raffinesse ist die Ausarbeitung der anmutigen Physiognomie und des am Hinterkopf zum Knoten geschlungene Haares. Über die Identität der kleinen Figur lässt sich nur spekulieren. Die frei angesetzten Unterarme mit den zur Seite ausgerichteten und zum Gebet zusammengefalteten Händen, sind wohl eine spätere Ergänzung. In den frühesten Inventareintragungen (1655 und 1757), als sich die Statuette noch in der Brandenburgisch-Preußischen Kunstkammer befand, wurde sie mal mit Turm, mal mit Kelch beschrieben, womit sie eindeutig als hl. Babara zu identifizieren wäre.Bislang konnte kein Künstler dem Werk eindeutig zugeordnet werden. Allerdings finden sich von dem in Regensburg tätigen Maler Albrecht Altdorfer (1480-1538) einige Zeichnungen, in denen nicht nur der gleiche Frauentypus vorkommt, sondern auch ein ganz ähnlicher Körperaufbau mit geradezu identischen Faltenzügen. Es ist daher plausibel, den Autor dieser anmutigen Mädchenfigur in Regensburg, im Umkreis Albrecht Altdorfers zu suchen.

Heiliger Nikolaus

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