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Pilgerampulle mit figürlicher Darstellung

Ident. Nr.: 9449

ObjID: obj:1375136

Details (expert)

Date(s)
Datierung: 5./7. Jahrhundert
Geographical references
Ägypten,
Land/Region
Material / Technique
Dimensions
Höhe x Breite: 9 x 6,5 cm
Acquisition
am 27.9.1927 von Herrn Aaron, New York geschenkt

Object Description

Die kleine Flasche wurde der Frühchristlich-Byzantinischen Sammlung (heute Museum für Byzantinische Kunst) im Jahr 1927 geschenkt. Mit ihrem runden, flachen Körper und dem kurzen Hals mit leicht ausladender Mündung erinnert sie in ihrer Form an zahlreiche, oft aus Blei angefertigte Pilgerampullen mit biblischen Szenen aus Palästina. Die Darstellung auf der Vorder- und Rückseite der Ampulle ist gleich. In der Mitte steht eine Frau mit langer, gegürteter Tunika mit erhobenen Armen. Zu ihren Seiten hocken zwei Gestalten vor Palmen. Sie greifen nach dem Gewand der Frau. Über dieser Szene befindet sich eine durch schlichte Linien abgesetzte Folge griechischer Buchstaben, die keinen Sinn ergeben. Dies ist nicht ungewöhnlich und darauf zurückzuführen, dass Inschriften beim Herstellen der Model oft falsch kopiert wurden. Problematisch bleibt jedoch die Darstellung. Wolfgang Fritz Volbach klassifizierte sie als heidnisch, bietet jedoch keine Deutung der Szene. Sie scheint ohne Parallele zu sein. Das Bildmotiv lässt sich weder mit biblischen Szenen noch mit Themen aus der klassischen Mythologie in Einklang bringen. Deshalb ist man geneigt, die Ampulle als Fälschung anzusehen.

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Palmetten- und Blattornament

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. An den vier Schildflächen erscheinen leicht alternierende vegetabile Ornamente im flachen Relief. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)