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Fries oder Türsturz mit belebter Weinranke

Ident. Nr.: 3064

ObjID: obj:1408599

Details (expert)

Creator/Entity
Unbekannt,
Bildhauer*in
Date(s)
Datierung: 6. Jahrhundert
Geographical references
Material / Technique
Marmor
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 18 x 90 x 17 cm
Gewicht: ca. 30 kg
Acquisition
1903 aus der "Umgebung der Dardanellen" erworben

Object Description

Das Reliefbruchstück stammt von einem Türsturz oder Fries, obgleich es wegen der geringen Dicke nur als Verblendung gedient haben kann. Die alternierende Weinranke ist von Tieren, einem Pfau und einem an einer Traube naschenden Hasen sowie von einem Trauben lesenden Knaben »bewohnt«. Die Bewegungen des Knaben sind allerdings nur verständlich, wenn man das Bild um 90° wendet: Er reckt den rechten Arm empor, um eine Traube zu pflücken, während der linke Arm bewegungslos herabhängt und den Saum des geschürzten Kittels berührt. Der Kopf mit den merkwürdig geschlitzten Augen ist aus dem Bild heraus gewendet. Am Gürtel des Knaben hängt – nun wieder auf die waagerechte Lage des Frieses bezogen – ein geflochtener Weidenkorb. Im Altertum galt der Weinstock ganz allgemein als ein Sinnbild der Erquickung und des Lebens, wie auch der Hase wegen seiner Fruchtbarkeit in den Kreis der Lebenssymbole gehörte. Der Pfau als beliebtester antiker Gartenvogel ist in der Kunst gleichsam ein bildliches Synonym für die von ihm bewohnten paradiesischen Gefilde. Ein christlicher Sinn der Darstellung ist jedoch wie bei der Gesimsecke (Inv. 6132) nirgendwo erkennbar, es sei denn, der Pfau besaß ein Pendant auf der fehlenden linken Hälfte des Reliefs und beide waren – wie im Giebel des Mosesreliefs (Inv. 1796) – symmetrisch um ein Kreuz gruppiert.

Last updated: 06.02.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

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Das Relief ist aus Basalt, einem sehr harten vulkanischen Gestein. Weil es so schwer zu bearbeiten ist, ist das Relief nur ganz flach ausgeführt.Die Darstellung ist in einem modern anmutenden, fast Comic-artigen Stil gehalten. Rechts steht eine Säule auf einem Stufensockel. Auf der Säule erscheint ein bärtiger Mann, von dem nur der Oberkörper sichtbar ist. Der Unterkörper wird von einer Brüstung verdeckt, deren Oberkante durch eine dünne Linie angedeutet wird. Ein fliegender Vogel hält einen kleinen Kranz über ihn. An die Säule ist eine Leiter gelehnt, die ein zweiter Mann hinaufgestiegen ist. In seiner rechten Hand hält er ein Weihrauchgefäß. Es hat die Form eines Kelches und ist an einer Kette aufgehängt. Beide Männer tragen jeweils ein typisches Mönchsgewand. Es hat die Form eines langen, gegürteten Hemdes. Über den Kopf ist eine Kapuze gelegt, die mit einem Kreuz geschmückt ist.Der Mann auf der Säule stellt einen christlichen Heiligen, den syrischen Asketen Symeon d. Ä. (um 390-459) dar. Die historisch bezeugte Gestalt lebte zuerst als Mönch in einem Kloster im nordsyrischen Kalksteinmassiv nordöstlich von Aleppo. Als junger Mann zog sich Symeon auf einen Felsen zurück und widmete sich der Verehrung Gottes. Später wurde dort eine Säule errichtet, auf der er lebte, die Säule wurde mehrmals erhöht. Zuletzt war sie 17 bis 20 Meter hoch. 42 Jahre soll Symeon ununterbrochen auf dieser Säule zugebracht haben. Weil Symeon als heilig und weise galt, kamen bald große Mengen von Pilgern herbei, zu denen Symeon mehrmals täglich predigte und ihnen Ratschläge gab. Auch nach seinem Tod reisten zahlreiche Pilger zu der Säule, um dort zu dem Heiligen zu beten. Sie nahmen von dem Pilgerort Andenken mit, an deren heilkräftige Wirkung sie glaubten. Um den Standort der Säule herum wurde das große Pilgerheiligtum Qal’at Sim’an mit einer christlichen Kirche, einem Baptisterium und Pilgerwohnungen errichtet, um den Pilgern Platz und einen Raum für Gottesdienste zu bieten. Weihrauch wurde bei christlichen Gottesdiensten verwendet. Der Mönch auf der Leiter mit dem Weihrauchgefäß könnte auf Gottesdienste im Symeons-Heiligtum hinweisen.Symeon war nicht der einzige christliche Mönch, der ein Leben auf einer Säule führte, aber einer der frühesten und der berühmteste. Diese Mönche werden Säulensteher oder Styliten genannt, nach dem griechischen Wort „stylos“ für Säule. Sie stellten sich auf Säulen, um sich von dem als sündig angesehenen Alltagsleben zu entfernen und sich ganz Gott zu widmen.Das Relief war möglicherweise an der Fassade einer frühchristlichen Kirche im syrischen Kalksteingebiet eingelassen. Solche Reliefs sind von anderen Kirchen in dieser Gegend bekannt. Zeitlich und stilistisch vergleichbare Darstellungen befinden sich im Museum von Damaskus und im Louvre zu Paris.GM