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Polykandelon

Ident. Nr.: 6/73

ObjID: obj:1408848

Details (expert)

Date(s)
5./6. Jahrhundert
Material / Technique
Bronze
Dimensions
Durchmesser x Tiefe: 41,6 x 2,2 cm
Acquisition
1972 im Kunsthandel (Galerie Vollmoeller, Zürich) erworben.

Object Description

Das runde Polykandelon mit dreisträngigem Gehänge ist am Rand beschädigt. In den durchbrochen gearbeiteten Leuchter waren ursprünglich 13 Öffnungen für Glaslampen eingesetzt, von denen 12 erhalten sind. Den Rand bilden kleine aneinander gereihte Ringe, die an einem Reif befestigt sind. In ihren äußeren Zwickeln sitzen kleine kugelähnliche Formen. 12 Lampenöffnungen in Ringform schließen auf der Gegenseite des Reifes an. Sie werden durch jeweils zwei v-förmig gesetzte Stege voneinander geschieden. Zwei konzentrische Rosetten leiten zum Zentrum des Leuchters über, zu einem gezackten Ring, der eine weitere Lampe aufnahm. 12 Stege führen von hier aus durch die Rosetten bis hin zu den äußeren Lampenringen. 12 weitere verbinden die Blattspitzen der inneren Rosette mit dem Reif des Randes. In Höhe der äußeren Rosette ziert je ein Kreuz einen Steg (ursprünglich 12, heute elf) (ähnlich Inv.19/62, hier entspricht die Kreuzhöhe nahezu dem Steg).
Das wahrscheinlich zugehörige Gehänge besteht aus einem Hacken an einem sternförmigen Kettenverteiler mit sechs Zacken (einer fehlt) sowie drei Ketten. An den Ketten sind Medaillons mit Kreuzen angebracht. Die Ketten werden mit Hilfe kleiner Haken an drei auf den Stegen des Lampenträgers angelöteten Ösen befestigt.

Last updated: 07.05.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

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Das Relief ist aus Basalt, einem sehr harten vulkanischen Gestein. Weil es so schwer zu bearbeiten ist, ist das Relief nur ganz flach ausgeführt.Die Darstellung ist in einem modern anmutenden, fast Comic-artigen Stil gehalten. Rechts steht eine Säule auf einem Stufensockel. Auf der Säule erscheint ein bärtiger Mann, von dem nur der Oberkörper sichtbar ist. Der Unterkörper wird von einer Brüstung verdeckt, deren Oberkante durch eine dünne Linie angedeutet wird. Ein fliegender Vogel hält einen kleinen Kranz über ihn. An die Säule ist eine Leiter gelehnt, die ein zweiter Mann hinaufgestiegen ist. In seiner rechten Hand hält er ein Weihrauchgefäß. Es hat die Form eines Kelches und ist an einer Kette aufgehängt. Beide Männer tragen jeweils ein typisches Mönchsgewand. Es hat die Form eines langen, gegürteten Hemdes. Über den Kopf ist eine Kapuze gelegt, die mit einem Kreuz geschmückt ist.Der Mann auf der Säule stellt einen christlichen Heiligen, den syrischen Asketen Symeon d. Ä. (um 390-459) dar. Die historisch bezeugte Gestalt lebte zuerst als Mönch in einem Kloster im nordsyrischen Kalksteinmassiv nordöstlich von Aleppo. Als junger Mann zog sich Symeon auf einen Felsen zurück und widmete sich der Verehrung Gottes. Später wurde dort eine Säule errichtet, auf der er lebte, die Säule wurde mehrmals erhöht. Zuletzt war sie 17 bis 20 Meter hoch. 42 Jahre soll Symeon ununterbrochen auf dieser Säule zugebracht haben. Weil Symeon als heilig und weise galt, kamen bald große Mengen von Pilgern herbei, zu denen Symeon mehrmals täglich predigte und ihnen Ratschläge gab. Auch nach seinem Tod reisten zahlreiche Pilger zu der Säule, um dort zu dem Heiligen zu beten. Sie nahmen von dem Pilgerort Andenken mit, an deren heilkräftige Wirkung sie glaubten. Um den Standort der Säule herum wurde das große Pilgerheiligtum Qal’at Sim’an mit einer christlichen Kirche, einem Baptisterium und Pilgerwohnungen errichtet, um den Pilgern Platz und einen Raum für Gottesdienste zu bieten. Weihrauch wurde bei christlichen Gottesdiensten verwendet. Der Mönch auf der Leiter mit dem Weihrauchgefäß könnte auf Gottesdienste im Symeons-Heiligtum hinweisen.Symeon war nicht der einzige christliche Mönch, der ein Leben auf einer Säule führte, aber einer der frühesten und der berühmteste. Diese Mönche werden Säulensteher oder Styliten genannt, nach dem griechischen Wort „stylos“ für Säule. Sie stellten sich auf Säulen, um sich von dem als sündig angesehenen Alltagsleben zu entfernen und sich ganz Gott zu widmen.Das Relief war möglicherweise an der Fassade einer frühchristlichen Kirche im syrischen Kalksteingebiet eingelassen. Solche Reliefs sind von anderen Kirchen in dieser Gegend bekannt. Zeitlich und stilistisch vergleichbare Darstellungen befinden sich im Museum von Damaskus und im Louvre zu Paris.GM