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Fragment eines einzonigen Wannen-Sarkophages

Ident. Nr.: 3262

ObjID: obj:1420787

Details (expert)

Creator/Entity
Pollak, Ludwig (1868 - 1943),
Vermittler*in
Date(s)
Datierung: um 270
Systematics/Type
Geographical references
Erwerbungsort: Rom
Material / Technique
Marmor
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 46 x 66 x 16 cm
Gewicht: 83 kg
Acquisition
1902 bei dem römischen Antiquar Augusto Jandolo durch Ludwig Pollak angekauft.

Object Description

Das Fragment stammt vom oberen Rand eines wannenförmigen Sarkophages. Kurz nach seiner Erwerbung wurde das Bild als Aposteldarstellung gedeutet, die es aber zu seiner Entstehungszeit noch gar nicht gab. Später erblickte man in ihm eine Philosophendiskussion, zu der aber die Kopfwendungen der Figuren überhaupt nicht passten. Inzwischen wurde festgestellt, dass es sich links um zwei Trauzeugen einer Hochzeitsszene, rechts um zwei Begleiter eines Beamten während seines feierlichen Amtsantritts handelt. Höhepunkte im Leben eines Römers, deren Darstellung am Grab bezeugen, dass er privat wie öffentlich tugendsam gewirkt und damit Unsterblichkeit erlangt hat.

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.