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Große Berliner Pyxis

Ident. Nr.: 563

ObjID: obj:1435195

Details (expert)

Date(s)
verbale Datierung: um 400
Material / Technique
Elfenbein mit Eisenklammern
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 12,2 x 14,5 cm
Gewicht: 645,6 g

Object Description

Die Große Berliner Pyxis übertrifft in ihren Maßen und ihrer hohen künstlerischen Qualität alle erhaltenen spätantiken Elfenbeinbüchsen. In der Mitte der Hauptszene sitzt vor einer Bogenarchitektur Christus als Lehrer auf einem Thron mit Rückenlehne und Fußbank. Die Rechte ist im Redegestus erhoben, im linken Arm hält er eine Buchrolle. Paulus links und Petrus rechts sitzen auf Faltstühlen, die übrigen Apostel stehen lebhaft gestikulierend zu beiden Seiten und halten Buchrollen oder gebundene Bücher in den Händen. Auf der Rückseite steht Abraham mit erhobenem Schwert und greift in das Haar seines Sohnes Isaak, um ihn auf Gottes Anweisung hin zu opfern. Isaak verharrt auf der unteren Stufe einer hohen Treppe, die zu einem Altar hinaufführt. Zur Rechten Abrahams ragt die Hand Gottes aus dem Himmelssegment hervor und verhindert das Menschenopfer. Ein Engel links führt als Ersatz einen Widder als Opfertier herbei. Die Verbindung von Abrahamsopfer und Christus basiert auf der Vorstellung, wonach Ereignisse des Alten Testaments bereits auf solche des Neuen Testaments vorausweisen: So wie Abraham bereit war, seinen Sohn für Gott zu opfern, so hat Gott seinen Sohn Christus für die Menschheit hingegeben.

Last updated: 22.09.2026

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Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Liturgischer Teller (Patene)

Liturgischer Teller (Patene)

Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.