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Gesimsecke mit Tieren in einer Wellenranke

Ident. Nr.: 6132

ObjID: obj:1442610

Details (expert)

Date(s)
Datierung: 6. Jahrhundert
Systematics/Type
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Konstantinopel
Material / Technique
Marmor
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 21,5 x 65 x 44,5 cm
Gewicht: ca. 100 kg

Object Description

Zwei rechtwinklig zueinander stehende Seiten des Werkstücks sind mit Zahnschnitt, Perlstab, Fries und abschließender Leiste ornamentiert. Der Fries zeigt auf der Ecke eine Blattpalmette, von der nach beiden Seiten hin eine wulstige, blattlose Wellenranke entspringt. Auf der linken Ornamentseite beißt ein Tier mit spitzen Ohren, langen Pfoten und buschig endendem Schwanz in eine Traubenrispe. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Hund. Von links springt ihm ein zweiter Vierfüßler entgegen, von dem nur der Vorderkörper erhalten ist. Auf der rechten Ornamentseite knabbert ein rundohriger Bär an einer Traubenrispe, die von einer Volute ausgeht. Ihn springt von rechts ein Hund mit Halsband an.
Beobachtungen auf der Unter- und der Rückseite des Stücks lassen den Schluss zu, dass es sich um das linke Ende eines Balkens aus einem rechtwinklig umknickenden Architrav handelt. Wegen der geringen Höhe und Tiefe kann der umknickende Architrav nicht von einer großen Architektur, etwa einer Säulenvorhalle, stammen. Wahrscheinlich gehörte er zu einem Stück liturgischer Ausstattung, in Frage käme eine Abschrankung mit Säulenaufbau oder ein Baldachin über dem Altar. Als Fundort des Reliefblockes wurde die »Umgebung der Andreaskirche« angegeben. Literarisch überliefert sind uns wenigstens sechs Andreaskirchen in Konstantinopel, unter diesen wurde jedoch nur Hagios Andreas in Krisei mit einer bestehenden Kirche identifiziert, nämlich der heutigen Koca Mustafa Pasa Camii. Es ist deshalb wahrscheinlich, dass das Werkstück in ihrer Nähe gefunden wurde. Seine Herkunft aus dieser Kirche bzw. ihrem Vorgängerbau ist dadurch allerdings nicht gesichert.

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Kindertunika

Kindertunika

Die vollständig erhaltene Kindertunika besteht aus einem einzigen Gewebestück aus ungefärbtem Leinen. Sie wurde, wie die meisten Tuniken aus dem spätantiken bis früh-islamzeitlichen Ägypten, quer gewebt, das heißt, der Weber oder die Weberin begann und endete mit den Ärmeln. Vorder- und Rückenteil mit den typischen parallelen Zierstreifen (clavi) lagen folglich bei der Herstellung horizontal auf dem Webstuhl, der Halsschlitz dagegen senkrecht. Für die Herstellung dieser Kindertunika war eine Webstuhlbreite von mindestens 131 cm erforderlich, was der doppelten Länge der Tunika entspricht. Alle Dekorelemente, die Ärmelstreifen, die beiden clavi sowie die Hals- und Nackenborte, sind direkt in das Grundgewebe eingewirkt worden. Die farbigen Wollfäden sind in den Ärmelstreifen völlig und in den übrigen Wirkereien zum Teil ausgefallen. Auch der Halsschlitz in der Mitte des Gewebes entstand bereits während des Webvorgangs. In diesem Bereich kehrten die Schussfäden beidseitig um, wodurch man einen geraden Spalt erhielt. Die fertig gewebte Tunika hatte die Form eines großen Kreuzes. Nach der Abnahme vom Webstuhl musste sie um 90 Grad gedreht und in der Horizontalachse gefaltet werden. Die Seiten und Ärmel waren ursprünglich bis auf einen Bewegungsschlitz unter den Achseln geschlossen. Heute sind die Nähte gelöst, Spuren von Einstichlöchern und Nähgarnreste sind noch erkennbar. Die Ärmel wurden zum Handgelenk hin etwas schmaler. Dafür schlug man die Längsseiten schräg nach innen ein. Eine kleine Stopfstelle in der Mitte des Vorder- bzw. Rückenteils beweist, dass Kleidung mit großer Sorgfalt behandelt wurde, so dass sie lange getragen werden konnte.Die clavi und Ärmelstreifen sind mit jeweils einer Reihe herzförmiger roter Blätter in heller Umrandung auf grünem Grund verziert. Jede Reihe endet mit länglichen halben Ovalen. In den Zwickeln sind kleine rote Punkte zu erkennen. Die herzförmigen Blätter kehren im doppelten Zierstreifen an der Halsöffnung, diesmal jedoch liegend, wieder. Darunter setzt eine Bogenreihe an. Die Flächen zwischen den Säulen mit verdickten Enden als Basis sind mit roten, dunkelvioletten und gelben gestielten Blättern mit heller Binnenzeichnung gefüllt.Ein wellenförmiges Randmotiv, das gemeinhin als „laufender Hund“ bezeichnet wird, verläuft zu beiden Seiten der clavi und Ärmelstreifen sowie an der oberen Kante der Zierstreifen an der Halsöffnung. Diese Kante ist zusätzlich mit einer geflochtenen, rot-weißen Schnur eingefasst.Veröffentlichung: C. Fluck / K. Finneiser, Kindheit am Nil, Berlin 2009, S. 12-13, Nr. 1(Cäcilia Fluck 2017)