Logo

Berlin, Wilhelmplatz. Palais des Prinzen Karl von Preußen, Empfangszimmer. Entwurf zu einem Sessel

Ident. Nr.: SM 46.49

ObjID: obj:1506537

Details (expert)

Involved
Ausführung: Karl Friedrich Schinkel (1781 - 1841),
Zeichner*in
Dating
Herstellung: 1827/1828
Dimensions
Blattmaß: 102,3 x 70,2 cm

Object Description

Die Werkzeichnung zeigt die Seitenansicht eines Sessels, den Durchschnitt durch eine Armlehne und die Kostenaufstellung. Er gehört zu einem Ensemble aus einem Sofa (Inv. SM 49.13) und Stühlen (Inv. SM 46.52; Kunstbibliothek Berlin, Hdz 5483) für das auch Gelber Salon genannte Empfangszimmer der Prinzessin Marie. Die Konstruktion ist im Vergleich zu früheren Sesseln, etwa denen aus der Wohnung Friedrich Wilhelms IV. im Berliner Schloss, nahezu gleich geblieben (Inv. SM 43a.33). Die Zeichnung ist mit kleinen feinen Löchern entlang der Konturen versehen. Wie Achim Stiegel herausstellte, wurde die Werkzeichnung von den Tischlern zum Kopieren benutzt. Vorder- und Seitenansichten des Sessels wurden 1835 und 1862 von Ludwig Lohde publiziert (Inv. Lohde, 1835,2,2; Inv. Lohde 1862,8). Vorzeichnungen für die Publikation haben sich erhalten (Inv. SM 49.11; Inv. SM 49.12). Entsprechende Sessel aus vergoldetem Buchenholz mit Metallornamenten befinden sich im Weißen Salon von Schloss Glienicke (SPSG). Zum Palais des Prinzen Karl allgemein vgl. die Angaben zu Inv. SM 46.41.
Text: Birgit Kropmanns (2012)

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kupferstichkabinett

Additional items from the collections

Der große Liebesgarten

Der große Liebesgarten

Eine der schönsten Darstellungen aus der Frühzeit des Kupferstiches bewahrt als Unikum das Berliner Kabinett auf – den sogenannten großen Liebesgarten. Das Thema basiert auf dem französischen »Rosenroman« aus dem 13. Jahrhundert, der außerordentlich weit verbreitet war und auch im 15. Jahrhundert noch gelesen wurde. Eine höfische Gesellschaft hat sich in Sichtweise ihrer Feudalburgen im Freien versammelt, um zu speisen und anderen Vergnügungen nachzugehen. Im Bachlauf werden Weinflaschen gekühlt, und verschiedene Tiere, darunter das mythische Einhorn, bevölkern Wald und Wiese. Alles strahlt einen idyllischen Frieden aus, satirische Anspielungen wie bei dem Liebesgartenstich des Meisters E. S. scheinen hier zu fehlen (vgl. Inv. Nr. 136-1897). Aber Affe und Bär im Vordergrund, im Spiel neckisch vereint, könnten auf das menschliche Liebeswerben und seine negativen Folgen verweisen, galt doch der Affe traditionell als ein sündiges Tier. Vorbild für den Stecher könnte ein Minne-Teppich gewesen sein, denn der motivische Reichtum und die schichtweise Übereinanderstellung von Figuren und Gegenständen erinnern auffallend an den Bildaufbau zeitgenössischer Tapisserien.Es wurde auch vermutet, daß ein Wandgemälde Jan van Eycks in der Burg der Grafen von Holland zu Den Haag (1422–24) als bildliche Quelle gedient habe.Nach dem Berliner Stich und einem anderen Blatt mit ähnlicher Thematik erhielt der unbekannte Meister seinen Namen. Er dürfte um 1435–45 in den Niederlandentätig gewesen sein, vielleicht im Umkreis des Haager Hofes. Seine wenigen Arbeiten sind mit kräftigen Umrißlinien und Kreuzschraffuren gestochen.Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 169f., Kat. IV.1 (mit weiterer Literatur)