Logo

Bekrönter Jüngling in einer Nische mit einer Eule auf einer Säule in einer Gebirgslandschaft

Ident. Nr.: SM 48c.192

ObjID: obj:1506766

Details (expert)

Involved
Ausführung: Bettina von Arnim (4.4.1785 - 20.1.1859),
Zeichner*in
Dating
Herstellung: wohl 1837
Dimensions
Blattmaß: 54,5 x 43,3 cm

Object Description

Von den drei Zeichnungen im Schinkel-Nachlass, die Bettina von Arnim zugeschrieben werden (Inv. SM 39d.112, SM 48a.11), ist das vorliegende Blatt hinsichtlich der Autorschaft am ehesten über jeden Zweifel erhaben. Dafür spricht nicht nur die, vermutlich früher entstandene, im Freien Deutschen Hochstift-Frankfurter Goethemuseum befindliche Version des Werkes (Inv. 1960:13 Nr. 16 Blatt 3), auf der der Jüngling in der Mauernische noch nicht von der zerklüfteten Gebirgslandschaft mit ihrem stellenweise reißenden Bach umgeben sind. Dafür spricht auch die Korrespondenz Bettinas mit Karl Friedrich Schinkel, der für die Zusendung der „vortreffliche[n] Eule mit Buben umher und schönster Landschaft“ dankte, der vor allem in letzterer einen großen Fortschritt sah und der das Blatt offenbar bei sich verwahrt hat (Karl Friedrich Schinkel an Bettina von Arnim, 29.9.1837, in: Hartwig Schultz: Kunst und Homöopathie. Unbekannte Briefzeugnisse aus Bettine von Arnims Korrespondenz mit Karl Friedrich und Susanne Schinkel, in Internationales Jahrbuch der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft 20/21, 2008/2009, S. 37-56, hier S. 40).
Text: Dajana Böhm (2012)

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kupferstichkabinett

Additional items from the collections

Der große Liebesgarten

Der große Liebesgarten

Eine der schönsten Darstellungen aus der Frühzeit des Kupferstiches bewahrt als Unikum das Berliner Kabinett auf – den sogenannten großen Liebesgarten. Das Thema basiert auf dem französischen »Rosenroman« aus dem 13. Jahrhundert, der außerordentlich weit verbreitet war und auch im 15. Jahrhundert noch gelesen wurde. Eine höfische Gesellschaft hat sich in Sichtweise ihrer Feudalburgen im Freien versammelt, um zu speisen und anderen Vergnügungen nachzugehen. Im Bachlauf werden Weinflaschen gekühlt, und verschiedene Tiere, darunter das mythische Einhorn, bevölkern Wald und Wiese. Alles strahlt einen idyllischen Frieden aus, satirische Anspielungen wie bei dem Liebesgartenstich des Meisters E. S. scheinen hier zu fehlen (vgl. Inv. Nr. 136-1897). Aber Affe und Bär im Vordergrund, im Spiel neckisch vereint, könnten auf das menschliche Liebeswerben und seine negativen Folgen verweisen, galt doch der Affe traditionell als ein sündiges Tier. Vorbild für den Stecher könnte ein Minne-Teppich gewesen sein, denn der motivische Reichtum und die schichtweise Übereinanderstellung von Figuren und Gegenständen erinnern auffallend an den Bildaufbau zeitgenössischer Tapisserien.Es wurde auch vermutet, daß ein Wandgemälde Jan van Eycks in der Burg der Grafen von Holland zu Den Haag (1422–24) als bildliche Quelle gedient habe.Nach dem Berliner Stich und einem anderen Blatt mit ähnlicher Thematik erhielt der unbekannte Meister seinen Namen. Er dürfte um 1435–45 in den Niederlandentätig gewesen sein, vielleicht im Umkreis des Haager Hofes. Seine wenigen Arbeiten sind mit kräftigen Umrißlinien und Kreuzschraffuren gestochen.Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 169f., Kat. IV.1 (mit weiterer Literatur)