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Hieratisches Ostrakon mit einem Auszug aus der Lehre des Cheti

Ident. Nr.: P 10642

ObjID: obj:1509193

Details (expert)

Involved
Kurt Sethe (30.6.1869 - 6.7.1934),
Käufer*in
Dating
19. Dynastie
Additional titles
Collection title: Hieratisches Ostrakon mit einem Auszug aus der Lehre des Cheti
Translation: Hieratic ostracon with an excerpt from the Teaching of Khety
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 5,7 x 11,1 x 1 cm

Object Description

Dieses Ostrakon enthält einen hieratisch geschriebenen Auszug aus der "Lehre des Cheti". Jene Lebenslehre enstand in der 12. Dynastie und wird quellensprachig einem Mann namens Cheti zugeschrieben, der aber nicht zwingend eine reale Person gewesen sein muss. Vom Vater (Lehrer) für den Sohn (Schüler) verfasst, beschreibt der Verfasser verschiedene Berufe und stellt sie als gefährlich oder unangenehm vor. Als Gegensatz dazu wird der Beruf des Schreibers besonders positiv hervorgehoben und als erstrebenswert dargestellt. Dazu gesellen sich noch allgemeine Regeln für adäquates Verhalten gegenüber anderen Personen. Diese Lehre war auch noch im Neuen Reich weithin bekannt und wurde vielfach auszugsweise in der Schreiberausbildung verwendet. Aus diesem Kontext dürfte auch das vorliegende Objekt stammen.
J. Moje

Last updated: 03.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).