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Demotisches Ostrakon mit einem Tagebucheintrag der Tempelverwaltung von Armant

Ident. Nr.: P 761

ObjID: obj:1534351

Details (expert)

Involved
Adolf Erman (1899),
Käufer*in
Additional titles
Collection title: Demotisches Ostrakon mit einem Tagebucheintrag der Tempelverwaltung von Armant
Translation: Demotic ostracon with a diary entry of the temple administration of Armant
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 18,8 x 17,2 x 0,6 cm

Object Description

Aus Armant stammt ein Konvolut von neun Ostraka in Berlin, die zu einer privaten Tagebuchführung von Schreibern aus der Tempelverwaltung von Armant gehören.
Die Schreiber notierten in ich-Form, wieviel Rationen sie an Brot (ägptisch "aq") zu bestimmten Tagen und an Festen erhielten und was sie davon entweder selber aßen oder weiterveräußerten. Die Rationen scheinen aus dem staatlichen Speicher zu kommen. Es bleibt unklar, ob hier mehrere Schreiber-Kollegen belegt sind, oder nur ein Schreiber mit verschiedenen Schreibgehilfen die Ostraka geschrieben hat. Belegt ist der Tempelbeamte Petubastis, U. Kaplony-Heckel datiert die meisten Stücke in ein einziges Regierungsjahr in der späten Ptolemäerzeit.
Zu diesem Konvolut gehören noch drei Stücke in Paris, darunter ODL 655.
Die Ostraka wurden zusammen mit diversen anderen Ostraka von Adolf Erman in Karnak von einem Antikenhändler erworben.
J. Moje, nach U. Kaplony-Heckel

Last updated: 03.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).