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Thronender König (Salomo?)

Ident. Nr.: 8376

ObjID: obj:1541919

Details (expert)

Dating
Anfang 13. Jahrhundert
Material / Technique
Bronze
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 24,2 x 14,6 x 7,6 cm

Object Description

Diese Figur und der alttestamentarische Prophet (Inv. Nr. 7944) bilden ein Paar. Beide sitzen auf profilierten, flachen Bänken, die Füße auf vorkragende Platten gesetzt, die oberhalb des Banksockels ansetzen und schräg nach vorn abfallen. Die Sitzhaltung ist ruhig, aber nicht ohne Kraft und Dynamik, die Knie sind weit gespreizt, sodass der Eindruck entsteht, die Männer könnten sich jeden Augenblick erheben. Die Köpfe sind leicht zur Seite gewandt, um mit einer benachbarten Figur in einen Dialog zu treten. Gelassenheit und Klarheit strahlen auch die unterschiedlichen Armhaltungen aus: Mit ihrer rechten Hand breiten beide eine relativ kurze Schriftrolle aus, die nur bei der gekrönten Königsstatuette noch so weit erhalten ist, dass Buchstaben zu erkennen sind (beginnend mit „S“ und endend mit „SOS“). Hier ist der Verlauf des Bands, das gemeinsam mit einem Mantelende auf dem rechten Oberschenkel aufliegt, deutlich nachzuvollziehen. Doch auch beim ungekrönten Propheten lassen sich am Unterarm Spuren des ehemals hier aufliegenden Rotulus (Schriftrolle) erkennen, der nach hinten über den Ellbogen zur Bank herab lief, wo sich der leicht eingerollte Ansatz erhalten hat. In der linken Hand befanden sich ehemals Gegenstände.

Beide Figuren tragen Schuhe und ein langes Gewand mit rundem Halsausschnitt. Der Gürtel ist beim König sichtbar, beim Propheten durch den Mantel verdeckt. Die Draperie des Mantels wird bei beiden variiert: Beim Propheten fällt er weit über die rechte Schulter, ist diagonal über den Oberkörper gezogen und liegt auf dem linken Oberschenkel auf. Auf der anderen Seite fällt er durch den ausgestreckten Arm zunächst nach hinten, um dann aber weiter unten, das linke Knie bedeckend, bis zum rechten Oberschenkel herübergezogen zu werden. Dadurch bilden sich etliche, zum Teil sehr plastische Zug- und Ösenfalten. Beim König, dessen Mantel mit einem Kragen besetzt ist, fehlt der Überwurf über die rechte Schulter, sodass Oberkörper und Arme frei liegen und die Haltung insgesamt kraftvoller erscheint als bei der anderen Figur. Dazu passt auch sein stärker nach vorn gerichteter Blick. Die ausdrucksstarken Köpfe zeigen unterschiedliche Typen: Der Prophet entspricht dem Christusbild mit langen, gewellten Haaren und längerem Vollbart. Der König hat kürzeres Haar und einen gestutzten, lockigen Vollbart, ähnelt somit dem staufischen Kaiserbild.

(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)

Last updated: 02.04.2026

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Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Kruzifixus

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Das Kruzifix stammt mit größter Wahrscheinlichkeit aus der Stabkirche von Vang im Valdres-Tal (Oppland, Norwegen), die der Maler Johan Christian Dahl am 18. Januar 1841 für den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. erwerben ließ. Der König wollte die Stabkirche zunächst auf die Pfaueninsel unweit seiner Potsdamer Residenz versetzen. Doch bereits im Winter 1841/42 entschied Friedrich Wilhelm IV., die Kirche nicht als Baudenkmal in Hauptstadtnähe, sondern als Gotteshaus im schlesischen Riesengebirge in Brückenberg (Karpacz Górny) in der Nähe seiner Sommerresidenz Erdmannsdorf (Mysłakowice) wieder aufbauen zu lassen. Von den beweglichen Ausstattungsstücken begleiteten lediglich zwei Leuchter die Kirche nach Schlesien. Es ist unklar, was mit den weiteren Werken aus Norwegen geschah. Sicher ist, dass Friedrich Wilhelm IV. 1845, das Kruzifix als Geschenk an die Kunstkammer überwiesen hat, von wo aus es später in den Besitz des Deutschen Museums überging. Die zeitliche Nähe dieser Schenkung zu der überlieferten Lagerung des Vanger Kruzifixes in Berlin, die Tatsache, dass es sich um königlichen Privatbesitz handelte und die Singularität einer norwegischen Skulptur in den Königlichen Museen lassen keinen anderen sinnvollen Schluss zu, als dass es sich bei Inv. 364 um das Kruzifix aus Vang handelt.Das Kruzifix ist schwer einzuordnen. Sämtliche Details gehören dem 13. Jahrhundert an, sind aber sehr roh und eigentlich kaum verstanden, wie Tuchfalten, Oberkörper und Gesicht demonstrieren. Unter den erhaltenen norwegischen Werken findet sich keines mit einer über Motive hinausgehenden Verwandtschaft. Der erhobene Kopf und die gezackten Locken sind ohne Parallele. Es fragt sich angesichts des ausgeprägten Zickzackverlaufs der Haare und der zeichenhaften Ausbildung des Oberkörpers, ob dem Schnitzer nicht eine Buchmalerei als Vorlage gedient hat, wo gerade diese Elemente besonders ausgeprägt waren. Überhaupt scheint es, als wäre der Bildschnitzer ungeübt im Schnitzen eines Kruzifixus gewesen, hätte aber streng nach einer Vorlage aus dem 13. Jahrhundert gearbeitet. Diese Arbeitsweise spricht jedoch auch gegen die im 19. Jahrhundert übliche Vorgehensweise neugotischer Bildschnitzer. Außerdem muss das Werk deutlich vor 1840 entstanden sein, da es damals keine liturgische Funktion mehr in der Stabkirche hatte. Gemeinsam mit den technologischen Befunden, vor allem zur Fassung (keine älteren Reste unter der heute sichtbaren), und den Erwerbungsumständen bleibt daher nur der Schluss, dass es sich um eine Arbeit der Zeit vor 1800, vielleicht des 18. Jahrhunderts handelt, bei der ein möglicherweise beschädigtes Kruzifix des 13. Jahrhunderts nachgeahmt wurde. Solche Fälle sind im Norwegen des 17. und 18. Jahrhunderts nicht selten.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)