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Das Gastmahl der Kleopatra

Ident. Nr.: KdZ 580

ObjID: obj:1553678

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Jacob Jordaens (1593-1678),
Zeichner*in
Date(s)
Herstellung: 1653
Additional titles
Collection title: Das Gastmahl der Kleopatra
Translation: Cleopatra about to dissolve the precious pearl
Provenance
Nachlass W. A. Blenz (- 1844),
1844
Dimensions
Blattmaß: 31,3 x 40,3 cm (Papier aus fünf Stücken zusammengesetzt)
Wasserzeichenmaß: ca. 26 x 26 mm (Stern)
Wasserzeichenmaß: ca. 57 x 55 mm (Narrenkappe)
Acquisition
1844 aus dem Nachlass W. A. Blenz, Berlin, erworben

Object Description

Die antike Szene ist durch Plinius d. Ä. überliefert: Die ägyptische Königin Kleopatra, die für ihre Schönheit und Klugheit gerühmt wurde, hatte mit dem römischen Feldherren und Politiker Marcus Antonius gewettet, wer das teurere Gastmahl veranstalten könne. Kleopatra demonstrierte ihren unermesslichen Reichtum, indem sie vor den Augen ihres Geliebten eine kostbare Perle in Wein auflöste und ihren Becher anschließend austrank. 
Kleopatra wird hier im Zentrum an einer runden Tafel sitzend dargestellt. Neben ihr steht Marcus Antonius und reckt den Kopf über ihre Schulter, während Kleopatra mit spitzen Fingern die Perle in ihren Becher fallen lässt. Die beiden sind von zahlreichen weiteren Figuren umgeben, darunter zwei römische Soldaten am Rand rechts. Von links wird Essen hereingetragen, hinter Kleopatra steht eine Dienerin mit Kanne in der Hand, bereit, nachzuschenken, neben ihr der Hofnarr.
Jordaens konnte sich für die Überlieferung dieser Legende auf einen zeitgenössischen Text von Jacob Cats in holländischer Sprache stützen, die in dessen 's Werelts begin, midden, eyne, besloten in den Trou-ringh, met den proef-steen van den selven (1. Auflage Dordrecht 1637) enthalten und mit Stichen von Crispijn van Queborn nach Adriaen van de Venne illustriert war. Es klingt hier auch eine Mahnung zur Mäßigung an, denn Marcus Antonius, der der verschwendungssüchtigen Kleopatra verfallen war, vernachlässigt die üblichen Herrschertugenden, was nach zeitgenössischer Lesart seinen Untergang besiegelte. Die Komposition kann demnach als Warnung vor Hochmut und Eitelkeit gelesen werden.
An dieser Zeichnung, die aus fünf Teilen zusammengesetzt ist, lässt sich Jordaens' Arbeitsweise exemplarisch nachvollziehen: Er begann auf dem Stück Papier in der Mitte und vergrößerte das Motiv während des Entwurfsprozesses, indem er am unteren, rechten und linken Rand jeweils einen Streifen Papier anstückte. Dadurch konnte er weitere Figuren und die architektonische Rahmung hinzufügen, wie auf dem Durchlichtfoto zu sehen ist. 
Das Thema hat den Künstler mehrfach beschäftigt. Ein zeitgleiches Gemälde in der Eremitage in St. Petersburg fasst die Szene in einen deutlichen engeren Ausschnitt. Eine Zeichnung im Museum Plantin Moretus zeigt die Hochzeit von Antonius und Kleopatra, eine weitere im Metropolitan Museum of Art in New York eben dieses Gastmahl im Hochformat mit sehr ähnlichem Personal. Die Berliner Komposition bereitet vermutlich eine Tapisserie vor, die zu einem Zyklus mit berühmten Frauen der Antike gehörte, aber nicht ausgeführt wurde

Last updated: 26.08.2026

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Kupferstichkabinett