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Flasche mit Tänzerinnen

Ident. Nr.: 12/79

ObjID: obj:1565388

Details (expert)

Date(s)
Datierung: 5.-8. Jahrhundert
Geographical references
Ägypten,
Land/Region
Material / Technique
Bronze
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 17,3 x 8 cm (Durchmesser unten: 6,3 cm)
Acquisition
1979 vom Kunsthändler Saeed Motamed, Frankfurt a. M. angekauft

Object Description

Auf vier Füßen sitzt der zylindrische Körper der Flasche mit einem langen, schmalen Hals, der in einen kegelförmigen, von einer Perlenreihe umgebenen Ausguss mündet. Ein Scharnier diente zur Befestigung eines verloren gegangenen Deckels. Den Gefäßkörper umgeben vier reliefierte Arkaden, unter denen jeweils eine Tänzerin mit gekreuzten Beinen steht. Die Tänzerinnen schwingen Kastagnetten mit ihrem linken Arm über ihren Kopf. Ein Schal umspielt den ansonsten nackten Körper.
Die Flasche gehört zu einer Gruppe von ähnlich proportionierten, mit Arkaden verzierten Gefäßen. Zwei, heute im Koptischen Museum in Kairo aufbewahrte Flaschen (Inv. 9082 und 9083) sind dem Berliner Stück sehr ähnlich. Eine zeigt den gleichen Tänzertypus, die andere männliche Musiker mit Trommel, Zimbel, Flöte und Syrinx. Ein weitere Flasche, heute im Louvre in Paris (Inv. E 11883) ist abwechselnd mit Schnörkeln und Perlenbändern verziert. Bei anderen Flaschen fehlen die Motive unter den Arkaden gänzlich.
Tänzerinnen mit gleicher Körperhaltung und ähnlicher Größe schmückten nicht nur Fläschen, sondern auch andere Gefäße. Möglicherweise wurden bei der Herstellung der Formen, aus denen die Gefäße gegossen wurden, Stempel verwendet, was die Flexibilität und Geschwindigkeit der Produktion erhöht hätte. Die Gefäße wurden höchstwahrscheinlich in Ägypten hergestellt, da die meisten von ihnen dort gefunden oder erworben wurden. Die Themen Tanz und Musik als Elemente des höfischen Lebens waren sowohl in der Spätantike als auch den ersten Jahrhunderten der muslimischenen Herrschaft üblich. In der klassischen Ikonographie gehörten Mänaden in der Gestalt von Tänzerinnen oft zum Gefolge des Dionysos. In der Spätantike wurden dionysische Figuren zunehmend allein oder in sich wiederholenden Sequenzen abgebildet und damit ihrem religiösen Kontext entnommen. Die Motive sind frei von religiöser Symbolik. Daher waren solche Gefäße für jedermann unabhängig vom persönlichen Glauben verwendbar.

Literatur: Byzantium and Islam. Age of transition, 7th-9th century, Hrsg. H. Evans und B. Ratliff, New York 2012, S. 196-197 (G. Mietke)

Last updated: 19.10.2026

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Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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