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Blick auf ein Städtchen in der Umgebung Wiens

Ident. Nr.: SZ Ferd.Olivier 13

ObjID: obj:1573767

Details (expert)

Involved
Ausführung: Ferdinand Olivier (1785 - 1841),
Zeichner*in
Dating
Herstellung: o.J.
Additional titles
Collection title: Blick auf ein Städtchen in der Umgebung Wiens
Motiv aus Perchtoldsdorf
Provenance
Kauf: Ferdinand Freiherr von Lütgendorff-Leinburg,
nach 1823 bis 28. April 1858
Nachlass/Vermächtnis: Otto Gottfried Freiherr von Lütgendorff-Leinburg,
28. April 1858 bis 8. April 1893
Nachlass/Vermächtnis: Willibald Leo Freiherr von Lütgendorff-Leinburg, Lübeck,
8. April 1893 bis wohl 1937
Auktion: C. G. Boerner,
wohl 1937 bis 25. Mai 1938 (Auktion 199)
Kauf: Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
25. Mai 1938 bis 1992
Überweisung: Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin,
seit 1992
Material / Technique
Bleistift auf blauem Papier
Dimensions
Blattmaß: 12,8 x 22,1 cm

Last updated: 27.11.2025

Contact

Institution:

Kupferstichkabinett

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Eine der schönsten Darstellungen aus der Frühzeit des Kupferstiches bewahrt als Unikum das Berliner Kabinett auf – den sogenannten großen Liebesgarten. Das Thema basiert auf dem französischen »Rosenroman« aus dem 13. Jahrhundert, der außerordentlich weit verbreitet war und auch im 15. Jahrhundert noch gelesen wurde. Eine höfische Gesellschaft hat sich in Sichtweise ihrer Feudalburgen im Freien versammelt, um zu speisen und anderen Vergnügungen nachzugehen. Im Bachlauf werden Weinflaschen gekühlt, und verschiedene Tiere, darunter das mythische Einhorn, bevölkern Wald und Wiese. Alles strahlt einen idyllischen Frieden aus, satirische Anspielungen wie bei dem Liebesgartenstich des Meisters E. S. scheinen hier zu fehlen (vgl. Inv. Nr. 136-1897). Aber Affe und Bär im Vordergrund, im Spiel neckisch vereint, könnten auf das menschliche Liebeswerben und seine negativen Folgen verweisen, galt doch der Affe traditionell als ein sündiges Tier. Vorbild für den Stecher könnte ein Minne-Teppich gewesen sein, denn der motivische Reichtum und die schichtweise Übereinanderstellung von Figuren und Gegenständen erinnern auffallend an den Bildaufbau zeitgenössischer Tapisserien.Es wurde auch vermutet, daß ein Wandgemälde Jan van Eycks in der Burg der Grafen von Holland zu Den Haag (1422–24) als bildliche Quelle gedient habe.Nach dem Berliner Stich und einem anderen Blatt mit ähnlicher Thematik erhielt der unbekannte Meister seinen Namen. Er dürfte um 1435–45 in den Niederlandentätig gewesen sein, vielleicht im Umkreis des Haager Hofes. Seine wenigen Arbeiten sind mit kräftigen Umrißlinien und Kreuzschraffuren gestochen.Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 169f., Kat. IV.1 (mit weiterer Literatur)