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Raumbögen im Werkfeld, aus: 1. Werksatz, Nr. 57

Ident. Nr.: KdZ 26843

ObjID: obj:1585906

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Franz Erhard Walther (1939),
Zeichner*in
Date(s)
Herstellung: 1969
Systematics/Type
Provenance
Schenkung: Franz Erhard Walther,
29.12.1987
Dimensions
Blattmaß: 29,3 x 20,9 cm

Object Description

Die Zeichnung(en) »Raumbögen im Werkfeld« verstehen sich, obwohl Walther durch eine 1 am oberen Blattrand die Vorderseite kenntlich gemacht hat, als eine Zeichnung ohne Rangfolge, bei der die jeweils durchscheinende Rückseite formal hineinspielt und ihr Körperhaftigkeit verleiht. Sie gehören in eine Gruppe von vierZeichnungen zu der raumplastischen Arbeit »10 × Ort Strecke Ort« von 1969 innerhalb des 1. Werksatzes (Nr. 57). Mit dem 1. Werksatz hat Walther in den 60er Jahren seinen Werkbegriff neu formuliert und unter den vielfältigen Positionen dieser Zeit eine originäre Haltung eingenommen. Er geht von unterschiedlichen Präsentationsformen des Werkes aus, wobei die räumliche Entfaltung eines von Walther erstellten Objektes eine singuläre, kollektive Kraftanstrengung bedeutet, in der jede einzelne Position unverzichtbar wird. Die erwähnte Arbeit beispielsweise forderte 10 Personen auf, sich in einem freien Raum zu bewegen und bei Stillstand in einen Stoffbeutel zu steigen. Die Zeichnung zu dieser in der Landschaft wenig spektakulär wirkenden Handlung ermöglicht die Verbildlichung nicht sichtbarer Kraftfelder. Walther verständigt sich in der Zeichnung über die Form des Stoffbeutels, der als Gefäß den Stillstand, das Lagern und gleichzeitig die Raumbildung bewirkt. Die zu einer bestimmten Handlungsweise veranlaßten Personen werden zur ›Architektur‹, die den leeren Raum füllt. Auf der hier als Rückseite angenommenen Zeichnung sind die zehn Positionen und ihr jeweiliger Wirkungsradius im Werkfeld markiert. Die dazugehörigen Zeichnungen spielen verschiedene Möglichkeiten der Bewegungsabläufe durch, die sich etwa an den Positionen der Sterne in unterschiedlichen Sternbildern orientieren können oder frei gewählte Vorgaben enthalten. Dabei sind die Blätter nicht lineare Partituren, sondern rechnen mit der ästhetischen Emanation der verwendeten unterschiedlichen Materialien.


Text: Eugen Blume in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 502f., Kat. VIII.68 (mit weiterer Literatur)

Last updated: 17.08.2026

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Kupferstichkabinett

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