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Fragment eines Wandbehangs mit Personifikation des "Frühlings"

Ident. Nr.: 9247

ObjID: obj:1605466

Details (expert)

Dating
verbale Datierung: 4./5. Jahrhundert
Geographical references
Ägypten,
Land/Region
Dimensions
Höhe x Breite: 33,5 x 38,5 cm
Rahmenmaß: 38 x 44 x 3 cm

Object Description

Der quadratische Bildeinsatz ist in der speziellen Technik der Noppenwirkerei ausgeführt. Mit dieser Technik wurden im spätantiken Ägypten vor allem große Wandbehänge und schwere Decken hergestellt, deren frotteeartige Oberflächenstruktur an die in der Spätantike so beliebten, Teppichen gleichenden Bodenmosaike erinnert.
Umgeben von einem gelben Kreis ist im Zentrum des quadratischen Bildfeldes ein (vom Betrachter aus gesehen) leicht nach links geneigter Kopf mit Stirnbinde und Kranz im Haar zu sehen. Die Zwickel zum blau-grünen, quadratischen Rahmen füllen rosafarbene Dreiecke mit einer Blüte an der Spitze auf rotem Grund. Abgebildet ist eine Personifikation der Jahreszeiten, traditionell in weiblicher Gestalt. Die zu Dreiecken arrangierten Kreise und die spitz abstehenden Blätter deuten Trauben und Weinlaub an – typische Attribute des Herbstes. Eine spätantike Stickerei in der Whitworth Art Gallery in Manchester (Inv. T.1968.252) und römische Bodenmosaike zeigen Büsten des Herbstes mit sehr ähnlichem Kopfschmuck, manchmal sogar mit Beischrift, was eine Deutung der Personifikation auf der Berliner Noppenwirkerei als Herbst stützt.
Der Einsatz zierte ursprünglich zusammen mit seinen Gegenstücken, den Allegorien des Frühlings, Sommers und Winters, die Ecken eines großen Behanges. Eines der Pendants, die Personifikation des Sommers, wird ebenfalls in der Sammlung des Museums für Byzantinische Kunst aufbewahrt (Inv. 9246). Repräsentationen der Jahreszeiten zählen zu den populärsten Motiven in der Spätantike. Als Symbole für den fortwährenden Kreislauf der Natur, dem Werden, Wachsen, Reifen und Vergehen, finden sie sich vor allem in der Grabkunst.

Veröffentlichung: O. WULFF / W. F. VOLBACH, Spätantike und koptische Stoffe aus ägyptischen Grabfunden in den Staatlichen Museen, Berlin 1926, S. 2, Taf. 42.

Cäcilia Fluck (2017)

Last updated: 30.06.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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