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Landschaft mit Dorfkirche

Ident. Nr.: SZ Cézanne 1

ObjID: obj:1614797

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Paul Cézanne (1839 - 1906),
Zeichner*in
Date(s)
Herstellung: um 1890
Systematics/Type
Provenance
Paul Cézanne,
bis 1906
Nachlass/Vermächtnis: Paul Cézanne (fils),
1906
Galerie Bernheim-Jeune, Paris,
375023
Alfred Flechtheim,
1927
Georg Caspari, München,
bis 6. Juni 1930
Nachlass/Vermächtnis: Annie Caspari, München,
6. Juni 1930 bis 1. August 1933
Übereignung: Bankhaus Hardy & Co., München,
375012
Übereignung: Dresdner Bank, Filiale München,
bis 15. August 1935
Kauf: Reichsfinanzministerium und Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung,
15. August 1935
Überweisung: Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
15. August 1935 bis 1992
Überweisung: Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin,
seit 1992
Material / Technique
Aquarell über Bleistift
Dimensions
Blattmaß: 31,0 x 43,5 cm
Acquisition
1935 vom Preußischen Staat aus den Kunst-Beständen der Dresdner Bank angekauft und an die Staatlichen Museen zu Berlin überwiesen, Vorbesitz Annie Caspari, München.

Object Description

Die Aquarellmalerei nimmt in Cézannes Werk einen großen Raum ein, selten hat er die Blätter datiert, und schon 1927 beachtete Roger Fry in seiner grundlegenden Cézanne-Publikation, daß die Technik des Aquarellierens besonders nach 1885 seine Ölmalerei stark beeinflußt habe. Nach einem Studium in Paris lebte Cézanne von 1873 bis 1879 in Auvers-sur-Oise bei Paris, um dann wieder in die Heimat zurückzukehren. Nach Pissarro, der ihn zum Impressionismus führte, war es immer wieder die Natur selbst, die ihn inspirierte. Er liebte es, bis ins Alter, die in der Nähe von Aix liegenden Gegenden zu durchwandern oder mit dem Wagen zu fahren und aquarellierte im Freien Wege, Wälder, Fluß und Berge, den Blick auf L'Estaque oder das Bergdorf Gardanne, wo er sich 1885/86 auch mehrfach länger aufhielt. Der Vergleich mit einer Fotografie von Gardanne, die Rewald abbildet (Rewald 1983, S. 146), legt nahe, daß es sich bei unserem Aquarell um eine Ansicht des auf der Höhe liegenden Dörfchens handelt. In der fein nuancierten Aquarellmalerei, die er später nicht mehr Naß in Naß handhabte, sondern lasierend - wie sie in Frankreich erst durch Delacroix verbreitet worden war - mit schichtweisem Auftrag in wechselseitiger Überblendung der Farben, räumte er dem freibleibenden Weiß des Papiers eine wichtige Mitsprache ein. Im Aquarell hatte sich Cézanne die adäquate Technik für die Darstellung der Landschaft erobert, die ihn immer wieder fesselte, so daß sie innerhalb seines großen Aquarellwerkes dominiert, »...die Hauptsache ist, einen möglichst reichen Zusammenklang zu schaffen«, schrieb er 1906, zwei Monate vor seinem Tod, an seinen Sohn Paul über ein soeben vor der Natur begonnenes Aquarell (Cézanne Briefe, Hrsg. John Rewald, Zürich 1979, S. 19f.). Die Aquarellkunst Cezannes, die neuartige Schönheit besonders der späten Blätter, wurde durch Vermittlung Delaunays kurz vor dem ersten Weltkrieg auch in Deutschland bekannt und Vorbild für die Mitglieder des »Blauen Reiters«, vor allem für Klee und Macke.

Text: Marie Ursula Riemann-Reyher: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, 425 f., Kat. VII.76 (mit weiterer Literatur)

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kupferstichkabinett

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