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Pilgerfläschchen mit Menas zwischen den Kamelen

Ident. Nr.: 3397

ObjID: obj:1616762

Details (expert)

Date(s)
verbale Datierung: Ende 5. - Mitte 7. Jahrhundert
Material / Technique
Heller Ton
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 15,6 x 10,7 cm
Dicke: 3,4 cm (linsenförmig)

Object Description

Menas war ein ägyptisch stämmiger Soldat, der in Phrygien enthauptet wurde, da er sich offen zum Christentum bekannte. Seine Gebeine wurden auf dem Rückweg nach Ägypten auf ein Kamel geladen. An dem Ort, an dem sich das Tier weigerte weiter zu gehen, setzte man sie bei. Die Grabstätte, durch ein Heilungswunder wiederentdeckt, wurde zu einer Wallfahrtstätte ausgebaut, von der sich zahlreiche Pilger Heil bringende Andenken wohl in Form von Öl, Wasser oder Erde mitnahmen. Sie trugen diese Substanzen, in Ampullen gefüllt, um den Hals oder befestigten diese an ihrer Kleidung.
Das Stück ist narrativ gestaltet. Auf Vorder- und Rückseite steht Menas in Orantenhaltung zwischen zwei kauernden Kamelen. Sie deuten auf die Ortsfindung zur Beisetzung hin. Menas selbst trägt einen Nimbus, der ihn als Heiligen kennzeichnet. Die Inschrift Ο ΑΓΙΟΣ ΜΗΝΑΣ »Der heilige Menas« identifiziert den Dargestellten. Auf der Vorderseite umfassen ein Steg und ein schematischer Winkelkranz die Szene, auf der Rückseite eine Kranzleiste.

Last updated: 19.08.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Palmetten- und Blattornament

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. An den vier Schildflächen erscheinen leicht alternierende vegetabile Ornamente im flachen Relief. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)